Schüsse im Café

Prozess wegen Doppelmord beginnt am Montag vor dem Basler Strafgericht

sda

Von sda

Fr, 07. Dezember 2018 um 11:58 Uhr

Basel

Bei einer Schießerei in einem Café in Basel soll ein Mann zwei Menschen getötet haben. Am Montag beginnt der Prozess gegen ihn.

Wegen mehrfachen Mordes muss sich vom Montag an ein heute 42-Jähriger vor dem baselstädtischen Strafgericht verantworten. Er war nach Schüssen auf Männer in einem Basler Café vom März 2017 festgenommen worden.

Zwei Täter betraten das Quartierlokal unweit des Musicaltheaters an einem Donnerstagabend nach acht Uhr. Der eine schoss viermal gezielt auf einzelne Gäste. Darauf ging das Duo sofort wieder und entkam trotz einer Großfahndung. Rund einen Monat später konnten die Strafverfolger einen Tatverdächtigen ermitteln und festnehmen. Die Schüsse töteten zwei Männer im Alter von 28 und 39 Jahren; schwer verletzt wurde zudem ein damals 24-Jähriger. Alle Opfer hatten keinen Schweizer Wohnsitz und waren im Ausland vorbestraft; gegen den Schwerverletzten bestand eine Einreisesperre nach einer Verurteilung wegen Vermögensdelikten im Kanton Baselland.

Angst vor Rache macht schweigsam

Das brutale Vorgehen und die Vorgeschichte von Beteiligten ließen rasch den Verdacht aufkommen, dass ein Machtkampf unter Drogendealern hinter der Bluttat stehen könnte. Entsprechend schwierig gestalteten sich die Ermittlungen – Angst vor Rache und Loyalitäten machen schweigsam. Der zweite Tatverdächtige ist bis heute flüchtig. Wovon der Angeklagte lebt, ist unklar. Unter einem halben Dutzend Alias-Namen aktenkundig, ist der heute 42-Jährige vorbestraft unter anderem wegen Körperverletzung und Kokainhandels, so in Deutschland und Frankreich.

In der Schweiz war er wegen illegalen Aufenthalts in Nidwalden und Verstoßes gegen eine Einreisesperre in Basel-Stadt verurteilt worden. Vorwürfe der Dealerei waren ihm nicht nachzuweisen. Die Anklageschrift wirft ihm vor, der Todesschütze gewesen zu sein. Er soll auch einen fünften Schuss zur Straßen-Fensterfront hin quer durch das Lokal abgegeben haben.