Prozessauftakt gegen Ex-Dekan

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Mi, 12. September 2018

Lahr

Angeklagter gesteht Fehler ein.

LAHR/MANNHEIM (BZ). Vor dem Landgericht Mannheim hat am Dienstag der Betrugsprozess gegen einen früheren Lahrer Dekan E. begonnen. Der katholische Priester hat erste Erklärungen abgegeben – ebenso sein Anwalt Edgar Gärtner, der nicht mit einem Freispruch rechnet. "Er ist nicht frei von Sünde", sagte er gegenüber Journalisten. Auch der Dekan selbst gestand Fehler ein, will aber im Bezug auf die Caritas zu deren Wohle gehandelt haben.

Dem früheren Dekan wird Betrug in 88 Fällen, Untreue und Urkundenfälschung vorgeworfen. Der Gesamtschaden beträgt mehr als 200 000 Euro. Anwalt Edgar Gärtner beschreibt seinen Mandanten im Gespräch mit Journalisten als bemerkenswerten und hochintelligenten Mann. "Er war Dekan aus Leidenschaft, hatte einen guten Ruf in der Gemeinde." Als moderner Seelsorger habe er nicht in das konservative Bild mancher Geistlicher gepasst. Auf der anderen Seite habe er im privatwirtschaftlichen Bereich gearbeitet. "Zwei Herzen schlagen in seiner Brust." E. werde sich laut Gärtner den Vorwürfen stellen.

Heute wird die Verhandlung fortgesetzt, es sind 20 Tage angesetzt.