Mordfall Lucile K.

Prozessbeginn gegen Catalin C. in Österreich wohl Anfang 2018

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 23. Dezember 2017 um 14:32 Uhr

Südwest

Der rumänische Fernfahrer Catalin C. ist des Mordes und der Vergewaltigung an der Endingerin Carolin G. schuldig gesprochen worden. Demnächst wird er sich in Österreich verantworten müssen.

Am Freitag erging das Urteil gegen Catalin C. in Freiburg. Wegen des Mordes und der Vergewaltigung der Endingerin Carolin G. wurde er von der Schwurgerichtskammer zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Sicherungsverwahrung wurde unter Vorbehalt angeordnet. Jetzt erwartet den rumänischen Fernfahrer ein Mordprozess im österreichischen Innsbruck.

Catalin C. wird sich dort wegen Sexualmords an der französischen Austauschstudentin Lucile K. im Januar 2014 in Kufstein verantworten müssen. Dem psychiatrischen Gutachter Winckler gegenüber hatte C. auch diese Tat eingeräumt. Das Gericht sah keinen Grund, an dieser Aussage zu zweifeln.

Prozessstart womöglich im ersten Quartal 2018

Nach Angaben von Catalin C.s Verteidiger Klaus Malek ist die Auslieferung seines Mandanten nach Österreich von den dortigen Anklagebehörden bereits beantragt worden, das OLG Karlsruhe habe darüber zu entscheiden, wann Catalin C. nach Österreich überstellt werde.

Aller Voraussicht nach werde die Anklage im Fall Lucile K. "in den nächsten Wochen" vorliegen, sagte der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, Hansjörg Mayr, der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge. Er rechne mit einem Prozessstart im ersten Quartal 2018. Das Freiburger Urteil müsse dafür nicht rechtskräftig sein.

In Österreich können die Richter bei Mord – im Fall eines Schuldspruchs – eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängen. Die Strafen werden aber nicht addiert. "Zwei mal lebenslang gibt es nicht", erklärte Klaus Schwaighofer, Professor für Strafrecht an der Universität Innsbruck, der Badischen Zeitung Ende November. Das Urteil im zweiten Verfahren könnte die Strafe also nicht erhöhen. Man sei es dem Opfer und den Angehörigen allerdings schuldig, ein Strafverfahren abzuhalten, so Schwaighofer.

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