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26. Juni 2012

Qualitätssiegel zum 10. Geburtstag des Fridolinhauses

Die Prüfung der Senioreneinrichtung in Neuenburg ergab, dass sich die Bewohner wohlfühlen / Auch die Prüfer sind zufrieden.

  1. Das Qualitätssiegel für Seniorenwohneinrichtungen nahmen (von links) Caritas-Chef Bernhard Scherer, Bürgermeister Joachim Schuster von Michael Maluck und Dieter Lösch vom Kreisseniorenrat entgegen. Foto: Münch

NEUENBURG AM RHEIN. Das Fridolinhaus in Neuenburg feiert seinen 10. Geburtstag. Zur Feier am Sonntag wurde der Einrichtung das Qualitätssiegel für Betreutes Wohnen verliehen. Demnach waren nach eingehender Prüfung die Experten der Prüfungskommission mehr als zufrieden. Und auch die Bewohner bestätigten während der Zertifizierung, dass sie sich im Fridolinhaus wohlfühlen.

Die Einrichtung sei für Senioren, die sich noch weitgehend selbst versorgen möchten, enorm wichtig, betonte Bürgermeister Joachim Schuster. Das Thema barrierefreies Wohnen erhalte eine zunehmend größere Bedeutung. "Bereits im Jahr 2030 ist jeder Neuenburger Einwohner älter als 60 Jahre und nur jeder Sechste unter 20 Jahren", sagte Schuster. Neben dem betreuten Wohnen seien im Fridolinhaus weitere Einrichtungen angesiedelt, beispielsweise der Verein Soziale Bürgerdienste und der Caritas-Pflegedienst. Das Qualitätssiegel sei ein wichtiges Zertifikat zur Beurteilung und zum Vergleich mit anderen entsprechenden Einrichtungen, so Schuster. Deshalb sei die Stadt dankbar, dass die intensive Prüfung anhand strenger Regeln des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales wieder möglich geworden sei. Den Prognosen zufolge leben in wenigen Jahren etwa 3500 Menschen über 60 Jahre in der Stadt. Damit verbunden seien neue Anforderungen und Wünsche der älteren Menschen. Schuster kündigte an: "Wir werden in diesem Jahr noch erste Weichenstellungen dazu vornehmen."

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Grundsätzlich positiv bewertete der Vorsitzende des Caritasverbandes Breisgau-Hochschwarzwald, Bernhard Scherer, das Älterwerden. "Nirgends werden die Menschen so alt wie in unserem Landkreis", sagte er mit Verweis auf die Statistik. Heute lebten die Senioren gesünder und gesundheitsbewusster. Es bestünde auch der Wunsch, so lange wie möglich selbstständig und eigenverantwortlich zu leben und in die Gesellschaft integriert zu sein. Doch gibt es laut Scherer auch eine Schattenseite: Noch nie sei die Zahl der Demenzkranken und Pflegebedürftigen so hoch gewesen. Die Pflegesituation sei durch das veränderte Familienbild – es gebe immer mehr Singlehaushalte, durch Scheidung auseinandergerissene oder von Berufstätigkeit belastete Familien – ebenfalls prekär. Trotzdem finde die Pflege der Angehörigen immer noch zu 70 Prozent in den Familien statt. Mit durchschnittlich 8,2 Jahren sei die Pflegedauer ebenfalls deutlich gestiegen, betonte der Caritas-Chef. Deshalb müsse die Unterstützung der pflegenden Familien ausgebaut werden, forderte Scherer.

In Neuenburg habe man bereits vor 25 Jahren mit der Diskussion um Altenhilfekonzepte begonnen, sagte er. Ein erstes Ergebnis sei der Bau des Seniorenheims St. Georg gewesen, der Bau des Fridolinhauses folgte, verschiedene Betreuungseinrichtungen seien seither installiert worden. Da der Bau der Wohnungen im Fridolinhaus subventioniert wurde, könne man diese zu bezahlbaren Preisen anbieten. Heute lebten in den 38 Miet- und Eigentumswohnungen 42 Menschen mit einem Altersdurchschnitt von 82 Jahren. Acht Bewohner würden vom Pflegedienst versorgt. "Die Stadt Neuenburg hat glücklicherweise keinen akuten Druck, es ist aber richtig, rechtzeitig die Weichen für neue Wohnkonzepte zu stellen", sagte Scherer, für den Pflegewohngruppen interessante Alternativen sind.

Für das Qualitätssiegel habe die Prüfungskommission, die vom Kreisseniorenrat aufgestellt wurde, das Fridolinhaus nach den Richtlinien des Kommunalverbands für Jugend und Soziales untersucht, auf Basis von Einzelgesprächen und Fragebögen. "Das Fridolinhaus macht einen positiven Eindruck und hat das Qualitätssiegel verdient", sagte der Vorsitzende des Kreisseniorenrats, Michael Maluck.

Autor: Volker Münch


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