Radsport

"Mir war sofort klar, das war’s": Kristina Vogel macht Querschnittslähmung öffentlich

dpa

Von dpa

Fr, 07. September 2018 um 21:36 Uhr

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Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden: Die weltbeste Bahnradsportlerin Kristina Vogel ist querschnittsgelähmt.

Gut zehn Wochen nach dem fürchterlichen Trainingsunfall auf der Betonbahn in Cottbus hat die 27-Jährige ihre schwere Verletzung publik gemacht. "Es ist scheiße, das kann man nicht anders sagen. Egal wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen", sagt die 27-Jährige im Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Die zweimalige Olympiasiegerin und elfmalige Weltmeisterin hatte die folgenschwere Verletzung am 26. Juni bei einem Trainingssturz auf der Radrennbahn in Cottbus erlitten. Mit Tempo 60 war sie in einen niederländischen Nachwuchsfahrer gerauscht. Schon auf der Bahn war ihr die Schwere der Verletzung bewusst geworden, als sie in den Beinen nichts mehr gespürt habe. "Da war mir sofort klar, das war’s. Jetzt bin ich querschnittgelähmt, das mit dem Laufen wird nichts mehr", berichtet Vogel von ihren ersten Erinnerungen an den Unfall.

Was folgte, waren mehrere Operationen im Unfall-Krankenhaus Berlin-Marzahn, dazu eine heftige Lungenentzündung, mehrfach wurde sie ins künstliche Koma versetzt. "Ich hatte Schmerzen, dafür gibt es keine Worte", erinnert sich Vogel, deren Rückenmark vom siebten Brustwirbel an durchtrennt ist. "Auf den ersten Röntgenbildern sieht meine Wirbelsäule aus wie ein Ikea-Klapptisch", sagt die Erfurterin gar scherzhaft. Aufgeben war aber keine Option für sie: "Ich dachte zwischendrin wirklich, dass ich sterbe. Aber ich habe mir gesagt: Ich darf hier jetzt nicht loslassen."

Dem deutschen Bahnradsport-Team wird Vogel fehlen – nicht nur als Ausnahmeathletin und Medaillengarantin, sondern auch als Stimmungskanone, die immer einen fröhlichen Spruch auf den Lippen hatte.