Nico Denz rutscht in der Schlussrunde auf nasser Straße aus

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Von dpa

Mo, 13. August 2018

Radsport

Der italienische Radprofi Matteo Trentin holt sich in Glasgow den Titel des Europameisters / John Degenkolb wird abgehängt, Weltmeister Sagan steigt vom Rad.

GLASGOW (dpa/doe). Weltmeister Peter Sagan stieg im Regen von Glasgow mit Schmerzen vom Rad, für John Degenkolb reichte es trotzdem nicht zu einer EM-Medaille. Stattdessen holte sich der Italiener Matteo Trentin im Straßenradrennen der European Championships am Sonntag die Goldmedaille.

Der zweimalige Tour-de-France-Etappengewinner siegte nach 230,4 Kilometern bei widrigen Verhältnissen mit viel Regen und niedrigen Temperaturen vor dem Niederländer Mathieu van der Poel und dem Belgier Wout van Aert.

Bester Deutscher war Nico Denz aus Albbruck am Hochrhein, der den neunten Platz belegte. Der Profi aus der französischen Equipe Ag2r verpasste jedoch eine bessere Platzierung, nachdem er etwa zehn Kilometer vor dem Ziel als Mitglied einer zehnköpfigen Ausreißergruppe auf nasser Straße gestürzt und nicht mehr nach vorne gekommen war. "Das war schade, weil ich mich eigentlich ganz gut gefühlt habe und es bis zu diesem Zeitpunkt ganz gut lief bei mir", gab Denz hinterher in der ARD zu Protokoll. Nachdem ein niederländischer Fahrer in einer spitzen Kurve fast in ein Begrenzungsgitter gefahren war, verbremste sich der nachfolgende Denz etwas, wobei ihm das Hinterrad wegrutschte. Danach machte sich Denz zwar auf die Verfolgung der enteilenden Gruppe, konnte diese jedoch nicht mehr erreichen.

Von Mitfavorit Degenkolb war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel zu sehen. Er erreichte das Ziel mit über zwei Minuten Rückstand auf den Sieger. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht mal schlecht, nachdem Topfavorit Sagan frühzeitig das Rennen aufgegeben hatte.

Damit ging der Bund Deutscher Radfahrer ausgerechnet im Hauptrennen leer aus, nachdem zuvor in allen anderen Straßenwettbewerben Edelmetall herausgesprungen war. Trotzdem waren es mit 14 Podestplätzen auf Straße und Bahn erfolgreiche Titelkämpfe für den BDR, der der erfolgreichste Fachverband in Glasgow war.

Die Vorentscheidung fiel rund 50 Kilometer vor dem Ziel – ausgerechnet durch eine Tempoverschärfung des blendend aufgelegten Denz – der schon einen guten Giro d’Italia gefahren war und zuletzt sieben Wochen pausiert hatte. Nach Denz’ Attacke bildete sich eine gut harmonisierende Spitzengruppe, die schließlich vom Peloton nicht mehr eingeholt wurde. Degenkolb, der sprintschnellste Mann im deutschen Team, war jedoch ganz vorne nicht vertreten.

Für den für die deutsche Bora-hansgrohe-Equipe fahrende Sagan war das Rennen schon rund 85 Kilometer vor dem Zielstrich beendet. Der Slowake hatte bei den widrigen Bedingungen sichtlich Probleme und stieg schließlich in der Verpflegungszone vom Rad. "Ich hatte noch starke Schmerzen von meinem Sturz bei der Tour de France. Das Rennen war sehr schwer, technisch sehr anspruchsvoll", sagte Sagan und fügte hinzu: "Das Wetter und der Parcours waren okay, aber wenn man nicht die Form hat, geht es halt nicht."

Auch Titelverteidiger Alexander Kristoff (Norwegen) gab vorzeitig auf. Beeinträchtigt wurde das Rennen von vielen Defekten. Immer wieder kamen die Materialwagen zum Einsatz.