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25. Juni 2012

Königliches Bergzeitfahren am Blauen

Auftaktetappe der Schwarzwaldkönig-Serie in Badenweiler – Höllige und Nagel auf dem Thron.

  1. Da thronen sie – die frisch gekrönten Blauenkönige Martina Höllige (links) und Frederik Nagel. Foto: Benjamin Resetz

RADSPORT. Sechs Jahre ist es her, dass der Schauinslandkönig erstmals gekrönt wurde. In diesem Jahr fahren die Lizenz- und Amateurradsportler um nicht weniger als den Titel des Schwarzwaldkönigs. Mit einer Serie über vier Etappen, allesamt Bergzeitfahren, werden seit dem gestrigen Sonntag die Königinnen und Könige von Blauen, Schönberg, Kandel und Schauinsland ermittelt. Mitmachen kann jeder – sich krönen lassen nur die Besten.

Bei der neun Kilometer langen Auftaktetappe, dem Blauenkönig, vom Schlossplatz in Badenweiler hinauf auf den Hochblauen, hatten die 137 Teilnehmer 750 Höhenmeter zu überwinden. Bei böigem Wind und schwülwarmen Temperaturen kein einfaches Unterfangen, zumal es direkt nach dem Start eine zehnprozentige Steigung zu bezwingen galt. "Die hat es ganz schön in sich", meinte auch Organisator Alexander Lang. "Man tut gut daran, es auf den ersten Kilometern etwas ruhiger angehen zu lassen." Der 44-jährige Begründer des Schauinslandkönigs freute sich über die rege Teilnahme an der ersten Etappe der Serie und erwartet im weiteren Verlauf der Serie noch steigende Teilnehmerzahlen. "Zur Schlussetappe am Schauinsland könnten es dann gut und gerne wieder 1000 Teilnehmer werden." Das Radsportevent erfreut sich seit seiner Erstauflage im Jahr 2006 stetig wachsender Beliebtheit. Amateurradler und Lizenzfahrer schätzen die professionelle Atmosphäre und die anspruchsvolle Strecke gleichermaßen.

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Im 20-Sekunden-Takt starteten die Teilnehmer, angefeuert von zahlreichen Zuschauern, auf den neun Kilometer langen Kurs. Überraschend: Der viermalige Sieger des Schauinslandkönigs und Top-Favorit Florian Link von der RIG Freiburg hatte nicht gemeldet. So verlagerte sich die Favoritenrolle bei den Männern auf andere, wie den 42-jährigen Johannes Höfler aus Gundelfingen, der im letzten Jahr Platz zwei am Schauinsland belegte. Für ihn reichte es am Ende jedoch, mit knapp über 32 Sekunden Rückstand auf den Führenden, nur zum dritten Platz. Den Etappensieg sicherte sich der 29-jährige Frederik Nagel aus Kahl bei Aschaffenburg vom Team Strassacker, vor Christoph Fuhrbach aus Neustadt an der Weinstraße.

Überraschung bei den Männern, Favoritensieg bei den Frauen

Nagel, der als Bergzeitfahr-Spezialist erst Anfang des Jahres zu seiner Mannschaft dazustieß, legte die Strecke in 28:10,63 Minuten zurück. "Da ich hier so wie so Urlaub machen wollte, war es naheliegend, auch die Serie mitzufahren", meinte der Zweitplatzierte der diesjährigen Hessenmeisterschaft im Bergzeitfahren nach dem Rennen. Er wird an drei der vier Etappen teilnehmen. Den Etappensieg bei den Frauen sicherte sich, weniger überraschend, Nagels Mannschaftskollegin Martina Höllige aus Bönnigheim. Die Grund- und Hauptschullehrerin hält mit 36:45 Minuten seit vier Jahren den Streckenrekord für Frauen am Schauinsland. Trotzdem – oder gerade deshalb – gab sie sich bei der Siegerehrung betont kämpferisch: "Vielleicht gibt’s ja dieses mal eine neue Bestzeit", meinte die 41-Jährige, deren Ehemann Günter Platz 10 bei den Männern belegte. Die beiden Sieger führen nun mit jeweils 1000 Punkten die vorläufige Gesamtwertung an. Gewertet werden in dieser die jeweils drei besten Rennen jedes Teilnehmers – wenn auch längst nicht jeder Fahrer alle Etappen fährt.

Am kommenden Sonntag wird bei der zweiten Etappe der Ebringer Bergsprintkönig gekrönt. Die nur drei Kilometer lange Strecke führt vom Ortszentrum zur Berghauser Kapelle auf dem Schönberg. Dabei gilt es 250 Höhenmeter zu überwinden. Gestartet wird im ersten Durchgang wieder einzeln. Die besten Männer, Frauen, Junioren und Senioren qualifizieren sich für den anschließenden zweiten Durchgang mit mehreren Gruppenstarts. Am 8. Juli folgt der Kandelkönig, bevor am 22. Juli der Schauinslandkönig die Serie als Schlussetappe abschließt.

Autor: Benjamin Resetz