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30. August 2011

Slopestyle – Sprünge, die den Atem rauben

Beim Bikefestival im Basler Schänzliareal begeistern die Stars der Szene die Zuschauer mit äußerst waghalsigen Luftnummern auf dem Mountainbike.

  1. Sam Pilgrim aus Großbritannien (rechts) gewann den Slopestyle-Wettbewerb in Basel vor dem Polen Szymon Godziek (links), der ebenfalls äußerst verwegene Sprünge zeigte. Foto: Felix Held

  2. Foto: Felix Held

  3. Foto: Felix Held

  4. Foto: Felix Held

RADSPORT. Laute Hip-Hop-Musik schallt aus den Lautsprecherboxen, die Stimmung unter den Zuschauern des Monster Energy Slopestyle ist relaxt. Sie steht damit im krassen Gegensatz zu den Kunststücken der Mountainbiker, die mit ihren speziellen Rädern (Dirt Bikes) tollkühne Sprünge über die bis zu sechs Meter hohen Rampen im Basler Schänzliareal beim St. Jakobstadion vollführen. Im Rahmen des Bikefestivals Basel treiben diese nämlich sowohl bei den Fahrern als auch bei den Zuschauern das Adrenalin in den Blutbahnen in ungeahnte Höhen.

Was die Fahrer und die Zuschauer allerdings gemein haben, ist, dass sie sich die Anspannung auf den ersten Blick nicht anmerken lassen. So auch Sam Pilgrim, einer der Stars der Mountainbike-Slopestyle-Szene und dem souveränen Sieger des Basler Bikefestivals. Beim sogenannten Slopestyle geht es beispielsweise darum, einen Hindernisparcours mit möglichst spektakulären Sprüngen zu überwinden, deren Ausführung dann von einer Jury bewertet wird.

Pilgrim fläzt sich, wie die übrigen Fahrer auch, vor seinen drei Wertungsläufen in ein großes Sitzkissen und hängt einfach ab, wie man auf Neudeutsch sagen würde. Zwischendurch gibt der Engländer außerdem einen lauten Rülpser von sich – Druckabbau der ganz eigenen Art. Doch ganz so entspannt, wie es zunächst erscheint, ist Pilgrim dann offenbar doch nicht. Nicht nur, dass er Interviews erst nach dem Wettkampf zulässt. Vielmehr fällt auf, dass er immer hibbeliger wird, je näher der Auftritt für seine eigenen Läufe heranrückt.

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Sieht man sich allerdings jene hochkomplizierten Sprünge an, die der derzeit Drittplatzierte in der Freeride Mountain Bike World Tour, des Weltcups der Slopestyler, zur Schau stellt, ist es aber auch nicht verwunderlich, dass bei Sam Pilgrim vor dem Rennen die Spannung zeigt. Stockt einem schon der bloße Atem bei den Sprüngen der anderen Fahrer, die Rückwärtssaltos und 360-Grad-Drehungen in der Luft zeigen, so rauben einem die Darbietungen von Sam Pilgrim, der beispielsweise mit einem Backflip-Superman über den Köpfen der zahlreichen begeisterten Zuschauer wirbelt, endgültig den Atem. Bei diesem als äußerst schwierig geltenden Sprung kombiniert Pilgrim einen Backflip – dabei handelt es sich um einen Rückwärtssalto – mit einem sogenannten Superman – also einem Sprung, bei dem die Fahrer ihren Körper jeweils bis zu den Zehenspitzen strecken und sich einzig noch mit den Händen am Lenker festhalten.

Für Pilgrim selbst gehören solche gewagten Sprünge, die ein ungeheures Maß an Können, Technik und Körperbeherrschung verlangen, natürlich schon zum Standardprogramm. Von der Strecke in Basel hat er einen guten Eindruck. "Sie ist nicht zu schwer, aber sie lässt hohe Sprünge zu und macht riesigen Spaß", stellt er den Organisatoren ein gutes Zeugnis aus. Auch sein Landsmann Sam Reynolds zeigt sich mit der Strecke zufrieden, obwohl er zwischendurch stürzt. "Es ist nichts Schlimmes, mir tut nur ein bisschen der Rücken weh", sorgte er aber umgehend verbal für Entwarnung. Insgesamt gab es auf dem Parcours der DJL Crew aus Liestal lediglich wenige Unfälle. Gravierend verletzte sich kein Fahrer.

Basel will schon im nächsten Jahr zur Mountain-Bike-World-Tour gehören

Wir sind eine Gruppe von etwa zehn Leuten, und das Bikefestival Basel hat uns letztes Jahr gefragt, ob wir einen Wettbewerb organisieren können", erläutert Cheforganisator Till Schaltegger von der DJL Crew. "Mit dem neuen Sponsor ist in diesem Jahr alles noch größer geworden." Ziel sei es nun, im nächsten Jahr Teil der Free Ride Mountain Bike World Tour zu werden, um so noch mehr große Namen unter den Fahrern anzuziehen. Die zahlreichen Zuschauer, die neben dem Parcours die Fahrer anfeuerten, hätten sicher nichts dagegen, wenn sie auch 2012 wieder akrobatische Flugeinlagen der Biker bestaunen können.

Pilgrim gewann den Wettkampf in Basel denn auch ungefährdet mit 52,6 Punkten vor dem Polen Szymon Godziek (46,8), seinem Landsmann Sam Reynolds (44,5) und dem Österreicher Patrick Leitner (41,8). Dabei wurden seine Sprünge sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang mit Höchstnoten belohnt.

Autor: Felix Held


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