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09. August 2012

Radtour mit diversen Schikanen

TESTFAHRT: Schilderwald und Holperpartien – die neue Radstrecke an der Breg- und Brigachaue hält nicht immer, was sie verspricht.

  1. Vorbildlich: Trotz der vielen Hinweisschilder ist an dieser Wegkreuzung bei Aufen die „Route 2“ in Richtung Bräunlingen und Donaueschingen leicht auszumachen. Foto: Butschle

HÜFINGEN/DONAUESCHINGEN (wbu). Die neun schönsten Radschleifen im Quellgebiet der Donau haben die Städte Donaueschingen, Hüfingen und Bräunlingen eigens zu den Heimattagen neu zusammengestellt. Doch kaum waren die Prospekte und Radkarten ausgeliefert und die Strecken ausgeschildert, ging der Ärger los: Fehlgeleitete Radler schwitzten und fluchten am Wartenbergaufstieg, die Stadt Geisingen beschwerte sich wegen falscher Hinweise, Donaueschingen versprach Nachbesserung. Nur ein paar Ausrutscher im neuen Radlerparadies auf der Baar? Wir machten den Test.

Wilhelm Butschle, ein erfahrener Mountainbikefahrer, und seine 23 Jahre alte Tochter Sarah nahmen eine der neuen Radstrecken unter die E-Bike-Pedale. Das ist ihr Befund:

Im Internet gründlich das Tourenmaterial recherchiert, Ausleihstationen für E-Bikes ermittelt. Im Hüfinger Hotel Frank gibt es welche, das passt gut. Anruf dort, eine freundliche Stimme nimmt die Reservierung entgegen.

Es klappt: Zwei Fahrräder mit Elektrounterstützungsmotor stehen am Morgen bereit, neuwertig, sauber, tadellos, die Akkus sind frisch geladen. Offensichtlich fachkundig erklärt die Mitarbeiterin uns die Besonderheiten der E-Bikes. Bei der Bitte nach einem Prospekt über die neuen Radtouren der Quellregion muss sie aber passen. Sie habe bisher noch keine Prospekte von der Stadt bekommen, lautet die Antwort.

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Kein Problem, wir fahren zum Rathaus in Hüfingen. In der Tourist-Info liegen die gesuchten Broschüren aus. "Welche Route würden Sie uns empfehlen?" – Die Rathausmitarbeiterin zögert nicht lange: "Natürlich eine auf Hüfinger Gemarkung." Aber welche von den vielen für uns die perfekte sein könnte, das müssen wir doch selbst herausfinden. Als Natur- und Kulturliebhaber entscheiden wir uns für die 18 Kilometer lange Route 2, verspricht sie laut Prospekt doch herrliche Auenlandschaften entlang der Breg und Brigach.

In idyllischer Lage starteten wir an der Brücke zum Hüfinger Neubaugebiet Auf Hohen. Der malerische Mühlenkanal begleitet uns durch die Altstadt. Nur ein Sackgassenschild in der Hinterstadt verunsichert kurz, bald sind wir wieder auf dem richtigen Pfad.

Am Römerbad vorbei geht es durch den Wald Richtung Bräunlingen. Dichtes Laub versperrte den Blick zur Breg, von den versprochenen Auen ist nicht viel zu sehen. An der Löwenbrauerei fehlt das Tourenschild mit der "2". Absteigen, Prospekt befragen, mutmaßen. Wir müssen zum Stadttor, also rechts runter.

Beim Passieren des Kreisverkehrs bemerken wir die von anderen Schildern verdeckte Wegführung. Am Stadttor komplette Verunsicherung. Nirgends eine "2". Laut Prospekt sollen wir "Richtung Bruggen". Aber Bruggen ist nicht ausgeschildert. Wir fahren auf gut Glück weiter. Plötzlich, vor dem "Lindenhof", finden wir ein Schild mit der "2".

Weiter in Richtung Umgehungsstraße, wir queren sie und schieben die Räder über die Brücke über Breg und Bregmulde. Wieder Ratlosigkeit: Viele Schilder weisen viele Wege, aber kein Hinweis auf die Route 2. Wir entscheiden uns für den leicht ansteigenden Pfad in den Wald. Doch mit jedem zurückgelegten Meter wachsen unsere Zweifel. Wulstige und glitschige Wurzeln wachsen im Pfad. Der Weg ist für Mountainbikes geeignet, aber nicht für Elektroräder.

Endlich, am Waldrand oberhalb von Aufen, finden wir unsere Route 2 wieder. Entspannt genießen wir den Schluss der Route durch die hervorragend beschilderte Stadt Donaueschingen.

Autor: bz