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17. August 2012 00:05 Uhr

US-Open-Absage

Rätsel um Rafael Nadal

Der spanische Tennisprofi Rafael Nadal hat seit knapp zwei Monaten kein Turnier mehr gespielt – und muss nun auch die US Open absagen. Grund: Gesundheitliche Probleme.

  1. 2011 war er noch dabei, nun hat Rafael Nadal die Teilnahme an den US Open abgesagt. Foto: dapd

Rafael Nadal macht sich ernsthafte Sorgen. Die Schmerzen in seinem linken Knie wollen einfach nicht besser werden, der Termin für sein Comeback verschiebt sich auf unbestimmte Zeit. Nach seinem verletzungsbedingten Verzicht auf die US Open haben die spanischen Medien Nadal auch für das Davis-Cup-Halbfinale gegen die USA vom 14. bis 16. September in Gijon bereits abgeschrieben. "Es ist praktisch sicher, dass er Mitte September beim Halbfinale des Davis Cups gegen die USA nicht dabei sein wird", schrieb die Zeitung El Mundo am Donnerstag. Ärzte empfehlen dem Tennisspieler aus Mallorca sogar, wegen seiner gereizten Patellasehne in Zukunft nur noch auf Sandplätzen zu spielen.

Was ist nur mit Rafael Nadal los? "Ich bin für ein solches Turnier noch nicht fit genug", hatte der Weltranglisten-Dritte als Begründung für sein Fehlen beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres angegeben und damit die Spekulationen über das Ausmaß seiner Blessur neu angeheizt. Seit seiner Zweitrundenpleite in Wimbledon am 28. Juni gegen den Tschechen Lukas Rosol hat der Linkshänder kein Spiel mehr bestritten. Jetzt drohen dem 26-Jährigen die längste Abstinenz seiner Laufbahn und vielleicht sogar eine Operation an der Patellasehne.

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"Für mich ist es keine Überraschung. Ich habe ihm geschrieben und er hat mir geantwortet, dass es nicht gut aussieht", erzählte Roger Federer am Rande des Turniers in Cincinnati. "Ich habe es kommen sehen, aber es ist beunruhigend. Jetzt wird sich die ganze Diskussion darum drehen, ob er in diesem Jahr noch einmal spielt oder nicht." Der Serbe Novak Djokovic wünschte Nadal gute Besserung, der schottische Olympiasieger Andy Murray empfahl seinem Rivalen, sich ausreichend Zeit zu lassen: "Es tut mir leid für Rafa, das ist sehr hart für ihn. Er hatte ja schon öfter Knieprobleme. Ich hoffe, er kann sich ausruhen und kommt nicht zu früh zurück."

So hat sich Nadal seinen Sommer auf jeden Fall nicht vorgestellt. Frustriert über die schleppende Heilung hat er sogar seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in London absagen müssen – und das, obwohl er als Fahnenträger des spanischen Olympia-Teams vorgesehen war. "Das ist der traurigste Tag meiner Karriere", so Nadal nach der Absage. Weitere Rückschläge folgten. Auch für die Masters-Turniere in Toronto und Cincinnati fühlte er sich nicht fit genug.

Prompt kursierten in der Szene Gerüchte, die Fortsetzung von Nadals Karriere sei in Gefahr. Von derartige Vermutungen will Nadals Coach und Onkel Toni Nadal allerdings nichts wissen. "Die Ausheilung der Knieverletzung verlief langsamer als erhofft. In diesem Jahr, in dem es mehr Probleme gab als erwartet, hatten wir versucht, uns durchzubeißen. Aber das war nicht richtig", sagte Toni Nadal dem Radiosender Cadena SER: "Nun hat Rafa entschieden, erst wieder zu spielen, wenn er 100-prozentig fit ist." Wann der Olympiasieger von 2004 seine Rückkehr feiern werde, sagte er nicht.

Der kräftezehrende Stil seines Neffen beschleunigt den körperlichen Verschleiß. Die amerikanische Hartplatzsaison ist ohnehin Gift für Nadals überlastete Knie. 2009 hatte er wegen Knieproblemen auf einen Start in Wimbledon verzichten und zwei Monate pausieren müssen, 2010 im Viertelfinale der Australian Open aufgegeben, in diesem Jahr bereits den gesamten Februar ausgesetzt – im März konnte er dann das Halbfinale in Miami wegen Schmerzen nicht spielen.

Selbst im Team Nadal werde gerätselt, wann er wieder seinem Beruf nachgehen könne, schrieb die spanische Zeitung El País unter Berufung auf gut informierte Kreise. Die Turnierveranstalter hoffen, dass der beliebte Spanier noch in diesem Jahr auf die Tour zurückkehrt. Chris Evert, die Grande Dame des US-Tennis, riet Nadal dagegen zu Gelassenheit: "Sieh zu, dass Dein Knie für 2013 wieder gesund wird."

Autor: dpa