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08. Oktober 2011

Das fünfte Rad am Wagen

Das klassische Reserverad hat bei den meisten Herstellern ausgedient / Ersatzlösungen.

  1. Reifenpanne mit Auto Foto: GP

Das klassische Reserverad zählt heute meistens nicht mehr zum Standardzubehör im Auto. Der Grund: Die Reifentechnologie hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Nur selten kommt es noch zu Plattfüßen oder Reifenplatzern.

Früher kamen bei solchen Pannen Wagenheber und Reserverad zum Einsatz. Das hat heute vielfach ausgedient, vor allem aus Gewichtsgründen. Denn das schwere Komplettrad erhöht den Spritverbrauch. Die Alternativen:

Run-Flat: Bei modernen Reifen mit Run-Flat-Technologie verhindert eine verstärkte Flanke oder ein zusätzliches Gummielement im Inneren das Einfallen des Pneus bei einem Druckverlust. Fahrzeuge mit dieser speziellen Bauart haben zwangsläufig ein Reifendruckkontrollsystem. Außerdem wiegen die verstärkten Pneus etwa 40 Prozent mehr als vergleichbare Standardreifen, sind teurer und auch ihre Montage ist aufwendiger. Natürlich muss ein schadhafter Run-Flat-Reifen so rasch wie möglich gewechselt werden.

Noträder: Zwar ist in vielen Autos die klassische Mulde für das fünfte Rad noch vorhanden, viele Fahrzeughersteller bieten jedoch nur Noträder an. Sie sind schmaler und leichter als das vollwertige Ersatzrad. Allerdings ist die Weiterfahrt nur mit einem Tempo von höchstens 80 km/h möglich. Und auch die maximale Fahrstrecke ist begrenzt. Denn die reduzierten Räder dienen ausschließlich für den behelfsmäßigen Gebrauch, das heißt für die Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt. Zu beachten ist, dass der Luftdruck des Notrades regelmäßig kontrolliert werden muss. "Der liegt höher als bei üblichen Pneus – durchschnittlich bei 4,2 bar", sagt Reifenexperte Michael Staude vom TÜV Süd.

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Reifenreparatur-Set: Eine verbreitete Lösung ist ein Reifenreparatur-Set. Die sogenannten Repair-Kits bestehen meist aus einem mit Dichtflüssigkeit und Druckluft gefüllten Behälter, der auf das Ventil gedrückt wird. Das Dichtmittel behebt den Schaden für kurze Zeit, zu geringer Reifendruck wird mit der Druckluft wieder ausgeglichen. Wie mit dem Notrad ist allerdings eine direkte und verlangsamte Fahrt zur nächsten Werkstatt erforderlich. Und: Das Dichtmittel behebt nur kleinere Beschädigungen, die etwa durch einen Nagel oder Scherben entstanden sind. Größere Schäden können mit ihm nicht repariert werden.

Fazit: Alle diese Hilfsmittel sind letztlich nur Notbehelf. Keinen Mobilitätsverlust bietet lediglich das klassische Ersatzrad. Auf langen Reisen in möglicherweise abgelegene Gebiete ist das Vollwertrad nach wie vor überlegen. Vor Fahrtantritt den Luftdruck prüfen.

Autor: Thomas Weber (SP-X)