Auto

Der neue Audi A8 im Check

Michael Lennartz (SP-X)

Von Michael Lennartz (SP-X)

Sa, 02. Dezember 2017

Auto & Mobilität

BZ-VORSTELLUNG: Audi A8 / Die Luxuslimousine bringt den Markenslogan wieder auf Vordermann.

Keine Frage, es ist höchste Zeit für einen neuen Audi A8. Die Ingolstädter Luxus-Limousine verlor zuletzt gegen die Oberklasse-Konkurrenz aus Stuttgart und München mehr und mehr an Boden und musste zum Ende des Modellzyklus in Deutschland sogar den dritten Platz hinter der S-Klasse und dem Siebener an den Po

rsche Panamera abtreten. Das soll sich nun ändern.

Und damit auch der Markenslogan "Vorsprung durch Technik" wieder an Substanz gewinnt, überholen die Herren der Ringe zumindest technologisch mit der vierten Generation des A8 den Wettbewerb in einem Schwung und reklamieren für sich, als erster Autohersteller weltweit einen Serien-Pkw mit einem autonomen Fahrsystem nach dem sogenannten Level 3 für "hochautomatisiertes Fahren" an den Start zu bringen. Einziger Wermutstropfen: Wenn der Audi A8 jetzt über den Handel ausgeliefert wird, sind die autonomen Systeme noch nicht eingebaut.

Audi hat zwar den Staupiloten ("Traffic Jam Pilot"), der bis Tempo 60 im Kolonnenverkehr selbsttätig lenkt, bremst, anfährt und beschleunigt zur Serienreife gebracht. Das AI-System ("Artificial Intelligence" – künstliche Intelligenz), das komplett das Kommando übernimmt, dem Fahrer Freiräume zum Lesen, Mail checken oder Filme gucken eröffnet und in einem Schadensfall den Hersteller in der Haftung sieht, ist rechtlich aber noch nicht zugelassen. Audi ist in diesem Punkt quasi schneller als die Polizei erlaubt. Die Ingolstädter rechnen damit, dass bis 2019 die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz des Traffic Jam Pilot eingeführt sein könnten.

Bis dahin müssen A8-Kunden darauf verzichten und haben auch später nicht die Möglich der Nachrüstung. Die AI-Piloten für ferngesteuertes Ein- und Ausparken in Längs- und Querparklücken ("Remote Parkpilot") sowie in die eigene Garage ("Remote Garagenpilot") werden allerdings wie ein neuer Manövrier-Assistent, der Parkschäden vermeiden soll, schon 2018 verfügbar sein.

Das erste Modell, das vollständig unter der Verantwortung des Chefdesigners Marc Lichte entstand, wirkt von vorne mit seinem breiter gewordenen Sechseck-Singleframe-Kühlergrill und den flachen HD-Matrix-LED-Scheinwerfern mit optionalem Laserlicht noch wuchtiger. Im Innenraum darf sich der A8-Kunde über ein nicht minder gelungenes Interieursdesign mit einem neuen, nahezu knopf- und schalterfreien Bedienkonzept freuen. Der Audi A8 streckt sich gegenüber dem Vorgänger um weitere 3,7 Zentimeter auf nunmehr 5,17 Meter. Die vor allem als Chauffeurs-Limousine ausgelegte Langversion dehnt sich von Stoßfänger zu Stoßfänger gar auf 5,30 Meter aus, bietet im Fond noch mehr Luxus bis hin zu Komfortsitzen, bei denen die umfangreichen Massagefunktionen sogar die Füße einschließen.

Zum Verkaufsstart werden zunächst nur die beiden V6-Motoren mit drei Liter Hubraum angeboten – als Benziner oder Diesel. Beide sind immer an eine Achtgang-Tiptronic gekoppelt.

Eine Plug-in-Hybrid-Variante ist für das kommende Jahr versprochen. Die Ingolstädter setzen ihren Luxusdampfer aber nicht erst mit dem Plug-In-Hybriden unter Strom, denn sämtliche A8-Varianten verfügen serienmäßig über einen elektrifizierten Antriebsstrang und sind als sogenannte Mild-Hybride mit einem Riemenstartergenerator und einer Lithium-Ionen-Batterie mit 10 Ah elektrischer Kapazität ausgestattet. Versorgt von einem 48-Volt-Bordnetz kann der A8 zwischen 55 und 160 km/h mit ausgeschaltetem Motor damit bis zu 40 Sekunden emissionsfrei "segeln".

Auch beim Fahrwerk stößt Audi in neue Dimensionen vor und will mit der Dynamik-Allradlenkung und dem AI-Aktivfahrwerk, einem vollaktiven elektromechanischen Federungssystem, den Spagat schaffen zwischen dem samtigen Abrollen einer Luxuslimousine und der Dynamik eines Sportwagens.