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25. August 2012

Der Preis wird heiß

Fahrzeuge für Pfennigfuchser erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

  1. Ab Herbst lieferbar: der Skoda Rapid. Er soll viel Auto für vergleichsweise wenig Geld bieten. Foto: Škoda/dpa

Luxus läuft, und wertvolle Autos haben Konjunktur. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille des Automobilmarkts. Denn neben teuren Limousinen und Sportwagen stehen billige Modelle hoch im Kurs. Darauf reagieren die Hersteller. Auf die Premium-Offensive folgen nun viele preiswerte Neuheiten.

20 Prozent mehr in zehn Jahren: Haben die Deutschen 2001 für ein neues Auto durchschnittlich noch 21 019 Euro ausgegeben, investieren sie nach einer Analyse des Center of Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen mittlerweile im Durchschnitt 25 893 Euro. Aber es gibt eben auch die Tendenz zu preiswerten Einfach-Autos.

Autobauer nehmen daher verstärkt auch Pfennigfuchser ins Visier. Vorreiter dieser Entwicklung ist Renault-Tochter Dacia, die es laut Franz-Rudolf Esch, Professor am Automotive Institute for Management in Wiesbaden, mit kleinen Preisen zu großem Erfolg gebracht hat: "Die Marke hat bewiesen, dass es nicht immer Premium sein muss, sondern auch Brot-und-Butter-Fahrzeuge mit weniger anspruchsvoller Technik ihren Markt haben." Nachdem die Rumänen mit Logan, Sandero und Duster erfolgreich waren und sind, weitet die Marke ihr Modellprogramm in weiteren Segmenten aus. Ebenfalls Neuheiten zu Niedrigpreisen haben Lada, Škoda und Seat angekündigt.

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Während diese Hersteller neue Autos auf den Markt bringen, halten andere einfach länger an alten fest. Fahrzeuge wie der Opel Zafira, der Peugeot 206 oder der Renault Clio werden über den Generationswechsel hinaus in alter Form einfach weiter gebaut und mit reduzierter Auswahl zu günstigeren Preisen angeboten. Und auch das Beispiel Dacia macht Schule – zumindest im Ausland. Inspiriert vom Erfolg der Billigmarke hat Nissan einen Ableger für Preisfüchse angekündigt und will dafür die Marke Datsun reaktivieren. Allerdings sollen diese Modelle zunächst nur in Schwellenländern und auf Märkten wie Indien oder Russland angeboten werden.

"Billig alleine ist allerdings kein Erfolgsrezept", warnt Esch. Auch Kunden, die nicht auf Premium setzen, legten neben dem guten Preis Wert auf hohe Qualität, viel Platz und klares, aber unauffälliges Design. Wie wichtig solche Faktoren sind, zeigt etwa das Beispiel Tata Nano. Vor vier Jahren wurde er als billigstes Auto der Welt mit großem Tamtam und Hoffnungen eingeführt. Der umgerechnet 2000 Euro teure Wagen floppte aber, wohl weil er außer einer Kiste auf vier Rädern nicht viel zu bieten hat.

Autor: Thomas Geiger (dpa)