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06. März 2010

Die Bulldogge mit Sonnenbrille

BZ-VORSTELLUNG: Nissan Cube / Bewährte Technik in einer sehr eigenständigen Karosserie.

  1. Nissan ist für seinen Mut zu loben: So viel Eigenständigkeit hat schon lange keiner mehr gewagt. Foto: werksfotos

  2. Foto: werk

  3. Foto: werk

Was hat ein Auto mit Jennifer Lopez zu tun? Oder gar mit einem Jacuzzi? Auf jeden Fall als Typ mit runden Ecken und gebogenen Kanten tritt der Nissan Cube, in seiner Heimat Japan längst Kult, nun auch in Deutschland an. Entweder man liebt den würfelförmigen Fünftürer mit dem wohnlichen Innenraum oder man schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Der Würfel auf vier Rädern mit – so die Aussage von Designer John Sahs – einer Motorhaube und einem Grill im Stil einer "Bulldogge mit Sonnenbrille" ist ein Hingucker. Wobei wir bei Jennifer Lopez wären. Die hat John Sahs derart beeindruckt, dass er dem Cube einen Schwung ins Hinterteil modellierte, das dem der Sängerin ähneln soll, sagt Sahs. Auffallen um jeden Preis will dieses Lifestyle-Mobil im Kleinwagensegment auf jeden Fall, bleibt aber in allen Teilen auch ergonomisch.

Klar sind die Formen bei allen ins Blech gegossenen Designträumereien dennoch. Rechte Winkel sind abgerundet und vor allem die Unregelmäßigkeiten ziehen die Blicke auf sich. So ist das Heck asymmetrisch verglast. Das abgedunkelte Seitenfenster ist auf der Beifahrerseite um die ebenfalls dunkel gehaltene C-Säule gezogen und geht scheinbar nahtlos in die Heckscheibe über. So kann der Blick des Fahrers leicht auf die am weitesten entfernte Ecke der Autos schweifen, ein Vorteil beim Einparken. Die Hecktür ist wie bei einem Kühlschrank links angeschlagen, lässt sich in drei Stellungen einrasten und erleichtert das Be- und Entladen auch auf dem engem Raum einer Parklücke.

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Innen nimmt’s der Kleinwagen mit einer kleinen luftigen Lounge auf. Diesen Eindruck verstärkt das riesige serienmäßige Glasdach, das sich durch Ziehen einer dreigeteilten Abdeckung, die an papierene japanischen Raumteiler erinnert, abdunkeln lässt. Womit wir beim Jaccuzi wären: Den haben sich die Designer nämlich zum Vorbild genommen und im Inneren alles Eckige durch Rundungen und schwingende Bögen ersetzt. Darüber hinaus bietet der gut verarbeitete, leider aber auch mit viel Hartplastik ausgestattete Innenraum vielfältige Ablagemöglichkeiten für Kleinkram in den Türen, der Mittelkonsole, einer der C-Säulen und dem Armaturenbrett, das einer Bar ähnelt. Ein leuchtend orangefarbenes Gummiband an den Türen hält Kuli, Einkaufsblock oder Notizbuch. Richtig niedlich ist eine flokatiähnlich Matte in der Mitte auf dem barähnlichen Armaturenbogen. "Fluffy" für 25 Euro Aufschlag sichert Handy und Schlüssel wie das Gras die Ostereier.

Das bevorzugte Terrain des Cube ist eindeutig die Stadt. Diesel oder Benziner? Beide Triebwerke arbeiten ruhig, ohne zu nerven, vor sich hin und zeigen ausreichend Temperament bei der Arbeit. Auch bei einer Ausfahrt übers Land gehen sie zügig zu Werke. Die Schaltwege sind kurz und knackig, die Lenkung ist leichtgängig mit ausreichend Rückmeldung und das Fahrwerk dank langem Radstand, großer Spurweite, Einzelradaufhängung von und Verbundlenkerachse hinten ausgewogen. Lediglich der hohe Fahrzeugschwerpunkt macht sich in Kurven bemerkbar, auch wenn die Sitze mit Stahlfedern im Lounge-Stil ausreichend Halt bieten.Umfangreich ist die Serienausstattung, gegen Aufpreis gibt es drei Optionspakete.

Autor: Hans-Henning Kiefer