Die Optik macht’s

Hans-Henning Kiefer

Von Hans-Henning Kiefer

Sa, 07. Oktober 2017

Auto & Mobilität

BZ-VORSTELLUNG: Kia Stonic / Neues kleines Crossover-Modell ergänzt Modellpalette.

Kleine Crossover-Modelle sind schwer im Kommen, keine Marke, die einen solch höher gelegten Kleinwagen mit Geländeoptik aber ohne Allradantrieb im Programm, zumindest aber in der Entwicklung hat.

Seit 2007 stiegen die Zulassungszahlen der SUV aller Klassen stetig an. Für 2016 meldet das Kraftfahrzeug-Bundesamt rund 426 000 neu zugelassene SUV-Fahrzeuge, eine Zunahme von 73 Prozent gegenüber 2013. Gut jeder fünfte neue Personenwagen war danach ein SUV oder Geländewagen. Und es werden noch mehr: Auf der jüngsten IAA waren gut zwei Drittel aller Neuvorstellungen Crossover-Modelle und SUV.

Nach der Golf-Klasse sind nun die Kleinwagen vom Schlag eines Renault Captur, Peugeot 2008 Opel Mokka und Crossland X an der Reihe. Und Kia will mit dem eigenwillig und pfiffig gezeichneten Stonic auf Basis des Kleinwagens Rio da auch eine Rolle spielen.

Da Käufern von Crossover-Modellen die individuelle Gestaltung ihres Fahrzeugs besonders wichtig zu sein scheint, bietet der Stonic außen wie innen eine Vielzahl von Möglichkeiten der Individualisierung. So sind als Außenfarbe insgesamt 20 Zweiton-Kombinationen und neun einfarbige Lackierungen erhältlich, während für den Innenraum drei Pakete mit verschiedenen Farbakzenten zur Wahl stehen. Dach und Spoiler können in anderen Tönen eingefärbt werden.

Bei Abmessungen, die sich kaum von einem kleinen Kompaktwagen unterscheiden, genießen Fahrer und Beifahrer, aber auch die Fondpassagiere, viel Bein- und Kopffreiheit sowie eine für dieses Segment außergewöhnlich große Schulterfreiheit. Großzügig präsentiert sich auch der Gepäckraum, der durch den höhenverstellbaren Boden variabel ist. Leider trübt die hohe Ladekante den guten Eindruck ein wenig.

Der Stonic ist in vier Ausführungen erhältlich und bietet schon in der Basisversion neben dem Infotainmentsystem unter anderem Klimaanlage, Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Spracherkennung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Start-Stopp-System und 15-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie eine Lenkradheizung.

Auf welchem Komfortniveau sich das neue B-Segment-Modell bewegt, zeigt die Topversion Platinum Edition mit Ledernachbildung , Kartennavigation, digitalem Radioempfang, Rückfahrkamera, Fernlichtassistent, Smart-Key, Klimaautomatik, elektrischem Glasschiebedach und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Die Motorenpalette umfasst drei Benziner und einen Diesel, die überwiegend mit Sechsgang-Schaltgetrieben kombiniert sind und die Vorderräder antreiben – Allrad gibt’s weder für Geld noch gute Worte. Kia rechnet damit, dass der sprintstarke und effiziente Turbo-Dreizylinder-Benziner 1.0 T-GDI mit 120 PS die meistgefragte Motorisierung sein wird.

Die Lenkung ist präzise, die Bremsen beißen kräftig zu, und auch beim Geräuschpegel im Inneren gibt es nichts zu kritisieren. Das Fahrwerk geht in Ordnung, auch wenn Federn und Dämpfer bei Querfugen ein Poltern nicht vermeiden können.

Für Sicherheit sorgen neben der stabilen Karosserie standardmäßig sechs Airbags, ein erweitertes Stabilitätsprogramm, eine Gegenlenkunterstützung und eine Berganfahrhilfe. Hinzu kommen je nach Ausführung eine Reihe moderner Fahrerassistenzsysteme: Autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurhalteassistent und Müdigkeitserkennung sind ab Spirit Serie und für die anderen Versionen optional erhältlich, Spurwechselassistent und Querverkehrwarner gehören in der Topversion Platinum Edition zum Serienumfang. Die Preise für den Stonic starten bei 15 790 Euro für den 84-PS-Benziner, der turbogeladene 1,0-Liter-Benziner kostet mindestens 18 390 Euro. Wie für alle Kia-Modelle gilt auch für den Stonic eine Sieben-Jahre-Garantie.