Ein neuer mit altem Namen

Patrick Broich/SP-X

Von Patrick Broich & SP-X

Sa, 16. Dezember 2017

Auto & Mobilität

BZ-VORSTELLUNG: Mitsubishi Eclipse Cross / Der Neue versteht sich als SUV-Coupé.

Mitsubishi baut sein SUV-Portfolio aus. Der Eclipse Cross spielt ein wenig mit der Vergangenheit, besetzt aber ein vergleichsweise junges Segment.

An SUV-Offerten mangelt es Mitsubishis Modellpalette nicht, vom kompakten ASX bis zum gewaltigen Offroader Pajero wird einiges abgedeckt. Mit dem neuen Eclipse Cross bringen die Japaner nun frische Ware in die Händler-Schauräume.

Mit dem Segment des SUV-Coupés betritt die Marke Neuland, während sie durch den Modellnamen gleichzeitig eine Verbindung zur Vergangenheit knüpft: Der Eclipse war ein Coupé, das im Straßenbild Europas vor allem in den Neunzigern häufig zu finden war. Dass die Neuauflage mit der Zusatzbezeichnung Cross nun ebenfalls ein Coupé (wenn auch in der SUV-Liga) sein soll, erkennt man unschwer an der nach hinten deutlich abfallenden Dachlinie, wenngleich der Newcomer zwingend über vier Türen verfügt. Der Marktstart erfolgt zusammen mit einem neu entwickelten 1,5-Liter-Turbobenziner mit 163 PS – der 2,2 Liter große Vierzylinder-Diesel soll später folgen.

Starten wir mit dem Einstieg in den Fond – hier wird es vor allem interessant, weil Coupés ja eher etwas fürs Auge als für gehobene Praxistauglichkeit sind. Zumindest die normalgroßen Europäer kommen ohne Blessuren am Kopf in den neuen Eclipse und müssen sich auch nicht über Gebühr verrenken. Und wie viel Platz die Knie haben sollen, lässt sich per Hebel kurzerhand variieren, denn die körpergerecht geformten Rücksitze können unabhängig voneinander um 20 Zentimeter verschoben werden. Raumnot leidet hier jedenfalls niemand so schnell.

Vorn natürlich auch nicht, da besteht eher Not, das Infotainment schnell in den Griff zu bekommen. Hier hat Mitsubishi ein bisschen von der Lexus-Truppe abgeschaut, die ja auch ein Touchpad verwenden. Kann man machen, ist eine nette Variation – funktioniert aber auch nicht besser als ein Dreh-Drück-Steller. Immerhin grassiert die Menüritis bei Mitsubishi noch nicht – denn das Wunschklima sowie die Regulierung der Sitzheizung wird über ständig präsente, physische Schalter geregelt. Die qua ihrer vielen Knöpfchen technoid angehauchte Innenarchitektur mit ihrer Mischung aus geschäumten Kunststoffen und etwas Glanzdekor macht einen soliden, klapperfreien Eindruck.

Infotainment heißt beim jüngsten Mitsubishi übrigens: Instrumente immer klassisch mit Analoganzeigen inklusive mechanischen Anzeige-Nadeln für Drehzahlmesser und Tacho. Das optionale Headup-Display arbeitet mit einer ausfahrenden Plexiglasscheibe. Kaum weniger klassisch anno 2017 präsentiert sich der große Bildschirm auf der Mittelkonsole.

Der Downsizing-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum sowie Turboaufladung ist ein munter agierender und kernig klingender Vierzylinder, dem das Werk in Verbindung mit Allrad und Automatik exakt 7 Liter/100 km im kombinierten Verbrauch zugesteht. Wenn man nicht ständig aufdreht, bleibt die Drehzahl im Zaum, und das Fernbleiben jeglicher Schaltrucke macht sich angenehm bemerkbar. Da der Turbo schon ab 1800 Touren sein 250 Nm starkes Maximaldrehmoment aufbaut, lässt sich der Eclipse schon mit gemäßigtem Gaseinsatz souverän bewegen.

Der Allradantrieb, mit dem die Techniker auch fahrdynamische Manöver unterstützen, fühlt sich integral an und wirkt harmonisch in den Antriebsstrang hineingeschneidert. Nahezu perfekt arbeitet auch der auf Wunsch erhältliche aktive Tempomat.

Bleibt abzuwarten, ob ein Lifestyle-SUV bei Mitsubishi funktioniert, aber das Zeug zum Erfolg hat der Eclipse Cross durchaus – denn echte Schwächen fallen bei den ersten Testrunden nicht auf. Er verfügt über brauchbare dynamische Handling-Eigenschaften, ohne Komfort missen zu lassen, ist mit moderner Konnektivität gesegnet und dank einer Vielzahl von Assistenten auch sicher unterwegs.