Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. November 2011

Familienanschluss gesucht

BZ-VORSTELLUNG: Mercedes-Benz B-Klasse / Der Kompaktvan gibt sich fahrdynamischer als bisher.

  1. Die Hochbeinigkeit seines Vorgängers hat die neue B-Klasse abgelegt. Auch das Interieur hat klar gewonnen. Foto: werk

  2. Foto: werk

  3. Foto: werk

Das einzige Premium-Angebot in ihrem Segment: So beschreiben Mercedes-Entwickler die neue B-Klasse – und damit liegen sie nicht ganz falsch. Andere Premium-Marken machen einen großen Bogen um das Segment der familienfreundlichen Kompaktvans, das von den Angeboten profanerer Marken beherrscht wird.

Die zweite Generation der B-Klasse von Mercedes-Benz steht seit heute ab 26 002 Euro bei den Händlern und ist damit nicht teurer als das Vorgängermodell. Von außen würde man das neue technische Konzept kaum bemerken, doch unter dem Blech hat sich einiges getan: Während die B-Klasse bisher über einen Sandwich-Boden und eigenständige Triebwerke verfügte, ist sie nun konventioneller aufgebaut. Und damit steigt die Zahl der Gleichteile mit anderen Mercedes-Modellen.

Der Verzicht auf das ungewöhnliche Konzept des Vorgängers kostet zwar ein paar Zentimeter Bauraum, dafür steigt die Fahrfreude deutlich. Fahrer und Passagiere sitzen tiefer als bisher, das Fahrverhalten hat an Präzision gewonnen. Mit dem optionalen, sehr straff abgestimmten Sport-Paket agiert die B-Klasse auch auf kurvigen Landstraßen professionell, allerdings auf Kosten des Komforts. Das Basismodell bietet da den harmonischeren Kompromiss.

Werbung


Unter der kurzen Fronthaube agiert in jedem Fall ein per Turbolader beatmeter Vierzylinder mit Direkteinspritzung. Der Benziner spricht schon bei niedrigen Drehzahlen spontan an und dreht sauber bis rund 6500 U/min – begleitet von einem gedämpft sonoren Klang. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten ist er überraschend sparsam. Der Normverbrauch liegt bei etwa 6 l/100 km. Noch besser kann es mit etwa 4,5 l/100 km der Diesel, doch auch in der stärkeren 136-PS-Variante lässt der Selbstzünder in Sachen Laufkultur und Fahrleistungen etwas zu wünschen übrig. Zudem macht sich das hohe Gewicht des Dieselaggregats im Fahrverhalten bemerkbar. Ein Start-Stopp-System gehört bei beiden Motoren zur Serienausstattung.

Die Kraftübertragung auf die Vorderräder besorgt entweder ein exakt geführtes Sechsgang-Schaltgetriebe oder ein automatisches Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Das optionale Doppelkupplungsgetriebe mit einem sehr kurz übersetzten ersten Gang schaltet weitgehend ruckfrei. Der Schalthebel wandert hier an die Lenksäule, eine Lösung, die nicht gerade sportlich wirkt, jedoch zu einem raumbetonten Fahrzeug gut passt.

Und Raum bietet die B-Klasse in Fülle. Auch der Gepäckraum ist gut zugänglich und verfügt über einen flexiblen Ladeboden. Und die Innenausstattung ist je nach Ausführung ausgesprochen hochwertig – mit Leder und Echtholz lässt die B-Klasse ihre Konkurrenz weit hinter sich.

Das gilt im Übrigen auch für die Optionsliste: Dank einer Elektronik-Architektur, die in weiten Teilen der neuen M-Klasse entspricht, gibt es für die B-Klasse eine Reihe von Sicherheits- und Assistenzsystemen, die man in dieser Klasse allenfalls vom Hörensagen kennt.

Stilistisch entfernt sich die B-Klasse nicht weit vom Vorgänger, setzt aber mit den aufpreispflichtigen Xenon-Scheinwerfern und einer schwungvollen Linie in der Flanke Akzente. Übrigens bildet die B-Klasse nur den Auftakt zu einer ganzen Reihe neuer Modelle, die ihre Plattform mit ihr teilen.

Autor: Jens Meiners (SP-X)