Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
30. Juni 2012
Farbe auf der Straße
Felgen werden immer bunter, aber auch windschnittiger und leichter.
Bunte Autoräder liegen im Trend. Statt in Silber oder Schwarz schillern Felgen auf dem Kfz-Tuningmarkt in allen Farben des Regenbogens. So viel Gestaltungsspielraum haben die Autohersteller selbst nicht: Bei ihnen gibt die Funktion den Ton an.
Bei den Rädern zum Nachrüsten geben Autofahrer derzeit gerne für Buntes Geld aus. "Der aktuelle Trend bringt Farbe auf die Straße", sagt Harald Schmidtke vom Verband der Automobiltuner. "Multicolor-Räder, Kombinationen mit Pin-Stripes bis hin zum ganz individuellen Farbdesign bestimmen die Saison 2012." Die rund 4,5 Millionen Räder, die hierzulande dem Branchensprecher zufolge pro Jahr bei Autoveredlern und im Fachhandel zum Austausch oder Ersatz der Serienfelgen gekauft werden, werden immer bunter.
Beispiele dafür gibt es viele: So sind gelbe Felgen, die jedes Postauto sehr gut schmücken würden, am Markt. Und einer der Anbieter hat Felgen mit Dekoreinlagen in bis zu acht verschieden Farben in seinem Programm. Zudem werden Folien in allen Tönen verkauft, mit denen die Felgen gefärbt werden können, oder auswechselbare Kunststoff-Dekorstreifen, die sich in die Räder klippen lassen.
Werbung
Die Designer der Automobilhersteller denken unterdessen mehr an die Form, als an die Farbe: "Bei uns wird die Form vor allem von der Funktion definiert", erklärt VW-Sprecher Christoph Peine. Bei Messefahrzeugen und Studien dürfen sie sich zwar austoben, und manchmal schaffen es bei Sondermodellen wie dem Fiat 500 by Gucci auch mal ein paar ungewöhnliche, in diesem Fall weiße Felgen ans Fahrzeug. Aber bei Serienautos gehen die technischen Eigenschaften vor: "Vor allem die Aerodynamik und der Leichtbau geben hier den Ton an", so Peine.
Aerodynamisch ist eine Felge vor allem dann, wenn sie möglichst wenige Luftverwirbelungen erzeugt und deshalb weitgehend geschlossen ist, erläutert ein Entwickler bei BMW. Allerdings steht dem die optimale Kühlung der Bremsen entgegen. Als Weg aus dieser Zwickmühle haben die Bayern den sogenannten Air-Curtain entwickelt: Durch ein Loch im Stoßfänger wird die Luft so umgeleitet, dass sie wie ein Vorhang vor den Felgen liegt und störende Luftverwirbelungen verhindert. Dadurch lässt sich laut dem Experten von BMW die Aerodynamik soweit verbessern, dass der Kraftstoffverbrauch um ein Prozent sinkt.
Mit Blick auf den Leichtbau in der Serienproduktion verwenden einige Autohersteller inzwischen Hohlspeichenräder, für die weniger Aluminium benötigt wird. Folgen werden Räder aus Kunststoff. Sie werden in einem automatisierten Spritzgussverfahren hergestellt, erläutert Volker Warzelhan vom Daimler-Entwicklungspartner BASF. Die Folge: Sie können günstiger angeboten werden als Aluräder und sparen je drei Kilo Gewicht.
Autor: Thomas Geiger (dpa)



