Für jeden Zweck den passenden Ausbau

Rolf Müller

Von Rolf Müller

Sa, 20. Januar 2018

Auto & Mobilität

Campingbusse erfreuen sich wachsender Beliebtheit / Großes Angebot mit individuellen Lösungen auf der CMT in Stuttgart.

Das Angebot an Campingbussen wächst beständig, vor allem kleine Fahrzeugmanufakturen bieten individuelle Lösungen. Unter Campingbussen oder Kastenwagen versteht man ein Reisemobil, das durch den Ausbau eines handelsüblichen Transporters, etwa VW Crafter, Mercedes Sprinter oder Citroën Jumper, entsteht. Auf der CMT in Stuttgart, die noch bis einschließlich diesen Sonntag läuft, füllt dieser Typ Reisemobil eine ganze Halle.

Kennzeichen der Fahrzeuge sind in der Regel eine seitliche Schiebetür, Doppeltüren im Heck und bei manchen Typen ein Aufstelldach. Auch in diesem Jahr finden sich etliche interessante Neuheiten.

Westfalia, einer der ältesten Hersteller von Campingbussen, bringt mit dem Sven Hedin einen VW Crafter mit 5,99 Meter Länge und 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht auf die Straße. Zu den Besonderheiten des Sven Hedin, der zwei Schlaf- und vier Sitzplätze bietet, gehören eine dieselbetriebene Warmwasserheizung, auf Wunsch mit Fußbodenheizung in Gang und Bad sowie isolierte Heck- und Schiebetür. Er ist also auch für einen Skiurlaub bestens geeignet. Der Grundpreis für den Sven Hedin liegt bei 60 000 Euro.

Pössl verwandelt einen Citroën Jumper in einen Summit 600 Plus, der mit einem Basispreis von unter 40 000 Euro preiswert und recht wohnlich mit einer großen Sitzgruppe sowie einer pfiffigen Duschlösung mit schwenkbarem Waschbecken ausgestattet ist.

Der neue Avanti H von La Strada auf der Basis eines Fiat Ducato überrascht mit einem üppigen Heckbad in voller Fahrzeugbreite und einer vollwertigen separaten Dusche. Hinzu kommt ein Hubbett, das tagsüber in Richtung Decke geklappt wird. Üppig ist der hohe Tower-Kühlschrank mit 153 Liter Inhalt. Ein Doppelboden bietet ausreichend Stauraum. Die Preise beginnen bei 55 000 Euro.

Das einzige Mobil mit Zwei-Meter-Längsbetten und einer ohne Umbau nutzbaren Sitzgruppe bei einer Wagenlänge von 5,99 Metern verspricht HRZ/Schwabenmobil mit dem Florida Tango. Der Name Tango soll signalisieren, dass es sich um ein reines Zwei-Personen-Mobil handelt. Als Basis stehen der VW Crafter und der Mercedes Sprinter zu Wahl. Im Bad ist eine komfortable Fest-Toilette C 400 von Thetford eingebaut. Der Preis liegt bei 62 900 Euro für den Crafter und 65 980 Euro für die Sprinter-Version.

Deutlich teurer wird das neue Ausbaukonzept Tescout der Campingbus-Manfaktur Terracamper aus Hagen. Basisfahrzeuge für den Zwei-Personen-Camper sind bislang der VW T6 und der Vito von Mercedes, mit oder ohne Allradantrieb. Ein Aufstelldach sorgt für die nötige Stehhöhe. Der dreiteilige Möbelblock mit einem Bett über die volle Fahrzeugbreite und sechs Auszügen lässt sich herausnehmen. In einem der Auszüge ist die Kühlbox untergebracht. Die fest installierten Teile wie Frischwassertank oder Lithium-Batterie finden sich in den schmalen Seitenteilen. Alu-Schienen auf dem Boden ermöglichen Flexibilität und machen den notwendigen Umbau, etwa zum Schlafen, leicht. Ohne Möbelblock ist der Tescout ein vollwertiger Transporter oder einfach ein alltagstaugliches Fortbewegungsmittel. Die Preise schwanken, je nach Basisfahrzeug und Ausbauwünschen. Sie liegen im Schnitt bei 75 000 Euro.

Rund doppelt so teuer wird der 6,95 Meter lange Mercedes Sprinter mit einem Slide Out, einem links ausfahrbaren "Koffer", mit einem Sofa aus der Manufaktur Klaus Hünerkopf im nordhessischen Neukirchen. Aus dem üblichen Rahmen von 3,5 Tonnen fällt auch das zulässige Gesamtgewicht von 4,6 Tonnen. Echtholz-Furnier, Keramikbeschichtung der Dusche, Edelstahl-Duschwanne, Dieselheizung, Kompressor-Kühlschrank, ein 200-Liter-Frischwassertank, Sat- und Solaranlage sowie Porzellan-Festtoilette komplettieren den Luxus, der bei Preisen ab 130 000 Euro beginnt. Die Breite wächst von 1,99 Metern mit Slide Out auf 2,50 Meter. Die Höhe von 3,20 Metern macht eine Fahrt auf gebührenpflichtigen französischen Autobahnen eine Klasse teurer.

Die CMT in Stuttgart hat noch Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr, geöffnet.