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24. September 2011

Hände weg vom Steuer

Rangieren ohne Rempler: Beim Parken übernimmt der Autopilot die Regie.

  1. Der Autopilot manövriert den Wagen per Fernbedienung selbstständig in die und aus der Garage. Foto: BMw/DPA

Beim Rangieren führt der Autopilot Regie: Radar-, Laser- und Kameraaugen sorgen dafür, dass das Auto ganz alleine – nur mit Hilfe des Computers – in die Parklücke kommt. Bei den meisten Herstellern gibt es mittlerweile entsprechende Assistenzsysteme.

Hunderttausende Fahrschüler bringt das Manövrieren in Lücken immer wieder ins Schwitzen. Dabei reicht in manchem Auto schon ein Knopfdruck, und schon rotiert das Lenkrad wie von Geisterhand – das Auto hat das Kommando übernommen. "Während die Elektronik den Kurs vorgibt, muss der Fahrer nur noch Gas geben und bremsen", erläutert Ford-Sprecher Hartwig Petersen die Funktionsweise. Die Elektronik habe ein besseres Auge als der Mensch. Dem Focus zum Beispiel reiche eine Lücke, die 20 Prozent länger ist als das Auto selbst.

500 und 1000 Euro extra kosten solche Einparkautomaten. Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS findet eine solche Investition lohnenswert: "Denn ein Parkrempler wird leicht viel, viel teurer", so der Experte. "Entweder man hat eine dicke Rechnung für das Lackieren des eigenen und des gegnerischen Autos am Bein. Oder man riskiert eine schlechtere Einstufung bei der Versicherung."

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Die Entwickler unterdessen sind schon einen Schritt weiter: Forscher bei BMW und Volkswagen haben Systeme vorgestellt, mit denen das Auto sich auch ohne Fahrer in die Parklücke bugsiert. Angesicht enger Lücken, in denen es für den Fahrer beim Aussteigen zu eng werden könne, ergäben derartige Systeme Sinn, findet ein VW-Ingenieur. Und auch das Ausparken wurde nicht vergessen: Will der Fahrer wieder losfahren, drückt er erneut den Knopf auf der Fernbedienung: Der Motor startet, der Wagen rangiert von selbst. Wann die Technologie serienreif ist, verrät noch keiner.

Große technische Herausforderungen sieht VW-Forschungschef Jürgen Leohold jedoch nicht mehr: "Die nötigen Sensoren, die elektrische Lenkung und die Steuerung für Gas und Bremse haben wir längst an Bord." Dem technischen Fortschritt steht aber wohl so mancher Autofahrer entgegen. Einer GfK-Umfrage zufolge, lehnt die Hälfte aller Autofahrer den Einsatz eines Autopiloten derzeit ab. Die Hersteller müssen für Autopiloten also noch Überzeugungsarbeit leisten.

Autor: Thomas Geiger (dpa)