Hoch sollen sie leben

Hans-Henning Kiefer

Von Hans-Henning Kiefer

Sa, 15. September 2018

Auto & Mobilität

BZ-VORSTELLUNG: Opel Combo, Peugeot Rifter, Citroën Berlingo / Geräumige Hochdachkombis.

Handwerker und Gewerbetreibende wissen sie seit langer Zeit wegen der Ladekapazität und des variablen Innenraums zu schätzen. Die Rede ist von den sogenannten Hochdachkombis, die als "Pampers-Bomber" dann auch von Familien mit zwei und mehr Kindern entdeckt wurden und auch Hobbysportlern den mühelosen Transport ihrer Geräte ermöglichen. Hier treten jetzt Neue auf den Plan.

Tradition haben diese Kombis im Van-B-Segment, das von 2014 bis 2017 um stolze 30 Prozent gewachsen ist und bei denen hierzulande der VW Caddy unangefochten Marktführer ist, auch beim französischen PSA-Konzern mit dem Citroën Berlingo und dem Peugeot Teepee. Seit mehr als 30 Jahre gibt es auch den Combo bei Opel – zunächst als Lieferwagen, dann auch als Familienfahrzeug.

Mittlerweile unterm französischem Konzerndach bringen die Rüsselsheimer das dritte vollständig neue Modell zusammen mit Peugeot und Citroën auf den Markt: den Combo Life. Und den Transporter Combo Cargo. Bei Citroën bleibt es bei der Bezeichnung Berlingo, Peugeot nennt sein Modell nun Rifter zur Unterscheidung vom fensterlosen Partner.

Combo Life, Rifter und Berlingo bauen nun auf einer Personenwagen-Basis auf, es gibt sie als Kurz- (4,40 Meter) und Langversion (4,75 Meter) mit zwei Radständen (2,78 oder 2,97 Meter), mit fünf oder sieben Sitzen, unterschiedlich starken Benzin- und Dieselmotoren, die allesamt die Euro-6d-Temp-Abgasnorm erfüllen, mit Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe sowie Achtstufen-Automatik und einer ganzen Armada von teilweise aufpreispflichtigen Assistenz- und Infotainmentsystemen. Unterschiedlich und markentypisch ist die Front gestaltet – der Combo mit typischem Opel-Gesicht, der Citroën mit seinen Chromspangen, der Rifter will ein bisschen vom SUV-Hype profitieren. Die Seiten- und Heckpartien mit großen Fensterflächen unterscheiden sich dagegen so gut wie gar nicht.

Unterschiede gibt es indes im Interieur, besonders beim Rifter mit seinem i-Cockpit: Charakteristisch sind ein kleines Lenkrad, ein puristisches hochgesetztes Kombiinstrument und ein großer Touchscreen. Funktional, intuitiv und ergonomisch sind alle drei – eine Geschmacksfrage.

In der Standardversion mit einem 1,2-Liter Turbo-Benziner mit 110 PS gehören neben einer Schiebetür eine Heckflügeltür, Berg-Anfahr-Assistent, Tempomat und Verkehrsschilderkennung, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung und Frontkollisionswarner zur Serienausstattung. In höheren Ausstattungsvarianten gibt’s eine riesige Heckklappe mit einem separat zu öffnenden Fenster, hinter der sich ein riesiges Staufach befindet, dass sich so von außen, aber auch von den einzelnen Rücksitzen nutzen lässt – praktisch. Überhaupt gehören die Zahl und die Größe der Ablagen – insgesamt 28 – zu den Stärken des Trios. Welch anderer Hersteller bietet schon ein Staufach in der Mittelkonsole an, das zwei 1,5-Liter Flaschen fasst.

Große Fensterflächen sorgen für eine hervorragende Rundumsicht. Auf Wunsch gibt es darüber hinaus eine 180-Grad-Panorama-Rükfahrkamera. Mit dem auf Wunsch zu ordernden Panoramadach genießen auch die Fondpassagiere den freien Blick in den Himmel. Besonderer Clou: Unter dem Dach verläuft in der Mitte eine Dachgalerie mit LED-Beleuchtung.

Wichtig bei diesem Typ von Fahrzeug: das Ladevolumen. Beim in drei Ausstattungsvarianten lieferbaren Opel Combo Life beträgt es mindestens 597 Liter, bei der längeren Version sind es 850 Liter. Durch die cleveren variablen Sitzanordnungen können bis zu 2126 in der kurzen und 2693 Liter in der langen Version verstaut werden.