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17. September 2011

Kompakter der besonderen Art

BZ-VORSTELLUNG: BMW 1er / Das Münchner Einstiegsmodell wurde evolutionär weiterentwickelt.

  1. Foto: WERK

  2. Mit den neuen Rundungen wirkt der 1er muskulöser als zuvor. Das Interieur ist geprägt von nobler Sachlichkeit. Foto: werk

  3. Foto: werk

Der 1er war schon in seiner ersten Generation so etwas wie der Maßanzug in der Kompaktklasse: edel, teuer und dank Hinterradantrieb anders als alle anderen Fahrzeuge in diesem Segment. Das Rezept ging auf, über 1,2 Millionen 1er-Fahrzeuge hat BMW seit 2004 abgesetzt. Kein Wunder, dass die Bayern bei der zweiten Generation auf Nummer sicher gehen. Das Schrägheck-Outfit wurde nur behutsam renoviert, der größere Radstand sorgt für mehr Platz im Fond und in Sachen Antrieb, Komfort und Assistenzsysteme ist er nun auf dem aktuellsten Stand.

Bei der Preisgestaltung legt sich BMW keine große Hemmungen auf: Mit dem kleinsten Benziner (136 PS) werden schon mindestens 23 850 Euro fällig, die vorerst stärkste Motorisierung hat einen Diesel mit 184 PS unter der Haube und kostet ab 29 250 Euro.

Die äußeren Veränderungen werden auf Anhieb nur dem Kenner auffallen. Der 1er hat zwar in der Länge (plus 8,5 Zentimeter), beim Radstand (plus 3 Zentimeter) sowie in der Spurbreite (vorne plus 5,1, hinten plus 7,2 Zentimeter) zugelegt und steht satter denn je auf der Straße, die grundsätzlichen Proportionen blieben jedoch erhalten. Insgesamt wirkt er muskulöser und spannungsgeladener.

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Die Unterschiede zur ersten Generation werden vor allem dann deutlich, wenn man der sprichwörtlichen "Freude am Fahren" frönt. Durch die verbreiterte Spur klebt der BMW förmlich auf dem Asphalt, der Hinterradantrieb sorgt für Fahrkomfort wie in höheren Klassen. Selbst bei leicht übermütiger Vorgehensweise auf abgesperrter Strecke muss das ESP (DSC bei BMW) fast nie eingreifen. Von den zur Verfügung gestellten Motoren, dem stärksten Diesel (184 PS) und dem größeren Benziner (170 PS), konnte vor allem der Selbstzünder mit bulliger Kraft überzeugen.

Bei den Ausstattungsniveaus geht BMW neue Wege. Neben der Basis stellt der Hersteller auch die Varianten Sport Line und Urban Line für jeweils 1900 Euro Aufpreis zur Verfügung. Während die Sport Line mit viel Schwarz und roten Akzentuierungen vor allem das traditionelle BMW-Publikum anspricht, soll die Urban Line mit mutigen Farben bis hin zu auf Wunsch weißen Felgen und Interieurleisen in Acrylglas vor allem eine jüngere und designorientierte Käuferklientel interessieren.

Ganz dem Fahrer zugewandt

Im Innenraum setzt BMW auf eine noch stärkere Fahrerorientierung. Dies äußert sich unter anderem in der zum Fahrer geneigten mittleren Instrumenteneinheit. Ansonsten wirkt das Cockpit typisch BMW: sachlich und ein wenig unterkühlt, aber stilsicher und funktional.

Natürlich lässt sich mit der Aufpreisliste der neue 1er beträchtlich aufrüsten. So gibt es, einmalig in dieser Klasse, für 2150 Euro das aus 7er und 5er bekannte Achtgang-Automatikgetriebe von ZF.

Die Vielzahl und die Qualität der Ausstattungsmöglichkeiten macht aus dem neuen 1er fast eine Art Oberklassenfahrzeug im Kompaktformat. Wer die attraktiven Extras auf der Orderliste großzügig aufruft, wird die Grenze von 40 000 Euro allerdings schnell überschreiten können. Auch in dieser Hinsicht kann dem neuen 1er derzeit kein anderer Kompakter das Wasser reichen.

Autor: Peter Eck (SP-X)