Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

25. August 2012

Kompaktsportler auf Diät

BZ-VORSTELLUNG: Der neue Audi A 3 wiegt bis zu 80 Kilogramm weniger als sein Vorgänger.

  1. Ganz der Neue: Audis Kompakter folgt den Spuren des Vorgängers und definiert doch den neusten Stand der Ingolstädter Ingenieurskunst. Foto: audi

  2. Foto: audi

  3. Foto: audi

Rein optisch erscheint der neue Audi A 3 fast wie ein Facelift, doch hinter der Fassade wird schnell klar, dass es sich um ein völlig neues Auto handelt. Noch dazu das erste, das die neue Golf-Plattform beziehen darf – noch vor dem Platzhirsch aus Wolfsburg, der Ende des Jahres kommen wird. Aufgeschreckt vom neuen BMW 1er und von der neuen A-Klasse von Mercedes, die in Kürze startet, bestand für die Ingolstädter Handlungsdruck.

Wer kann schon von sich behaupten, sein Gewicht seit 16 Jahren gehalten zu haben? Der A 3 kann es – zumindest wohlwollend betrachtet. Gewiss hat er seit der Erstauflage 1996 kräftig zugelegt, doch für die jetzige Neuauflage haben die Entwickler eine strenge Diät verordnet. "Jedes Bauteil kam hinsichtlich seines Gewichts auf den Prüfstand", sagt Audi-Sprecher Josef Schloßmacher.

Fast grammweise näherten sich die Ingenieure den Zielvorgaben. Weniger Wicklungen für den Gebläsemotor der Klimaanlage: 4,0 Kilogramm weniger; Gehäuse des Beifahrer-Airbags aus Kunststoff und Monitorhalter aus Magnesium: 640 Gramm weniger; Kunststoff-Spreiznieten statt Stahlschrauben für die Innenverkleidung: 4,0 Gramm weniger – pro Stück. Summa summarum bringt der neue A 3 mindestens 1175 Kilogramm auf die Waage, 80 Kilogramm weniger als der Vorgänger und exakt so viel wie das erste Modell im Jahr 1996.

Werbung


Dabei hat der A 3 – häufig als Option – all die Dinge an Bord, die das moderne Autofahrerleben angenehm, aber auch gewichtsintensiv machen: Assistenzsysteme zur Geschwindigkeitsregelung, zum Abstand in Längs- und Querrichtung, die Verkehrszeichenerkennung, ein System, das Unfälle vermeidet oder zumindest die Schwere mildert, und natürlich alle Komfortfeatures wie Klimaautomatik oder Bang & Olufsen-Musikanlage.

Dass der A 3, solchermaßen ausstaffiert, schnell die Preisregionen von A 4 oder gar A 6 erreicht, versteht sich von selbst. Die Ingolstädter VW-Tochter hat wenige Probleme mit hohen Preisen, sie werden bezahlt. So schlägt der derzeit billigste A 3 mit 22 500 Euro zu Buche, im Herbst wird der Basismotor nachgereicht, was den Einstiegspreis auf 21 600 Euro drosselt. Mit dem 2.0 TDI, Leder und einige andere Goodies, sind 40 000 Euro allerdings auch kein Problem.

Dafür erhält man freilich ein innen wie außen vorzüglich verarbeitetes Auto mit vorbildlichen Fahreigenschaften, sportlich agil und komfortabel zugleich.

Die Motorenauswahl ist vorerst noch übersichtlich. Zwei Benziner und zwei Diesel finden sich derzeit in der Preisliste zur Auswahl. Auch für sie galt bei der Entwicklung ein strenger Diätplan, der insbesondere beim neuen 1.4 TFSI messbar gefruchtet hat: Er ist mit 107 Kilogramm 21 Kilogramm leichter als der Vorgängermotor. Audi bringt ihn zunächst in der kleineren Leistungsstufe mit 122 PS mit einem Kombiverbrauch von 5,2 l/100 km. Zum Jahresende folgt derselbe Vierzylindermotor mit Zylinderabschaltung und 140 PS (4,9 l/100 km).

Ab sofort im Programm ist der 1,8-Liter TFSI mit 180 PS (5,9 l/100 km ) sowie ein 2,0 TDI mit 150 PS (4,1 l/100 km) als drehmomentstarker Diesel. Leistungs- und verbrauchsmäßig darunter rangiert ein 1,6 TDI, der 105 PS leistet und dessen Verbrauch mit knausrigen 3,8 l/100 km angegeben wird.

Fazit: Der Audi A 3 ist ein überzeugendes Auto geworden und zeigt mit seinen unzähligen Variationsmöglichkeiten den Spielraum der neuen Golf-Plattform des VW-Konzerns. Richtig begehrenswert wird er aber erst, wenn alle Motor- und Karosserievarianten (Sportback, Stufenheck und Cabrio) zur Verfügung stehen. Dann wird der Preis schon gar nicht mehr abschrecken.

Autor: ftu