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26. November 2011

Losfahren gegen Miete

Akku als Extra: Für Elektroautos gibt es ungewöhnliche Vertriebskonzepte.

  1. Stromer mit Nebenkosten: Beim Renault Twizy werden pro Monat 45 Euro Miete für die Akkus berechnet. Foto: Renault

Energiespeicher auf Zeit: Weil Batterien für Elektroautos in der Anschaffung sehr teuer sind, überlegen sich die Hersteller alternative Vertriebskonzepte. Oftmals kann man die Akkus deshalb nur mieten.

6990 Euro für einen elektrischen Stadtflitzer mit zwei Sitzen, 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine Reichweite von 100 Kilometern – auf den ersten Blick ist der von Frühjahr 2012 an lieferbare Renault Twizy fast ein Schnäppchen. Doch die Sache hat einen Haken: Für diesen Preis kann beim Renault-Händler niemand vom Hof fahren. Denn dem Elektroflitzer fehlt der Akku. Den gibt es nur zur Miete – 45 Euro pro Monat.

Mit diesem Konzept, das Renault zu anderen Preisen auch auf die Elektroversionen von Kangoo und Fluence sowie auf den batteriebetriebenen Kleinwagen Zoe übertragen will, sind die Franzosen nicht alleine. Auch den elektrische Smart ED, der im nächsten Jahr in den Handel kommt, wird Daimler zumindest auf Wunsch mit einem Mietakku anbieten. "Bei uns hat der Kunde die Wahl, ob er das ganze Auto kauft oder den Akku bewusst ausschließt", sagt Pressesprecherin Eva Wiese.

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Mitsubishi oder Citroën verkaufen ihre elektrischen Kleinwagen I-Miev und C-Zero ganz regulär. Den baugleichen Ion von Peugeot gibt es als Komplettfahrzeug dagegen nur im Leasing. Und auch den zum elektrischen Einser umgebauten BMW Active-E kann man nicht kaufen: Er ist ein Fahrzeug für den Flottenversuch und wird für einen Monatsbetrag vermietet.

Was bei einem konventionellen Fahrzeug undenkbar wäre, ist bei den Elektromobilen gerade in Mode: "Hier wird derzeit nicht nur die Technik getestet, sondern die Hersteller experimentieren auch mit ihren Verkaufsstrategien", sagt der Automobilwissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Den Verkauf von E-Autos nach dem Schema der Verbrenner hält er für wenig erfolgversprechend: "Im direkten Preisvergleich wirken die Stromer ungeheuer teuer." Zum Beispiel der Nissan Leaf: Er wird mehr als 35 000 Euro kosten und damit fast doppelt so viel wie ein vergleichbarer Qashqai.

Autor: Thomas Geiger (dpa)