Mobile Eigenheime

Michael Lennartz (SP-X)

Von Michael Lennartz (SP-X)

Sa, 19. Januar 2019

Auto & Mobilität

Beim Caravaning geht der Trend zu kompakten Kastenwagen.

Erneut ein Allzeithoch bei den Reisemobilen, strammes Wachstum auch bei den Wohnwagen: Die jetzt vorgestellte Jahresbilanz 2018 des Caravaning-Verbandes CIVD kann sich sehen lassen. Am beliebtesten sind die kompakten Kastenwagen.

Mit 71 186 Reisemobilen und Wohnwagen wurden in Deutschland 2018 mehr Freizeitfahrzeuge als je zuvor in einem Jahr zugelassen. Haupttreiber des Rekords waren erneut die Reisemobile, die ihr Allzeithoch nach einem satten Plus von 15,5 Prozent auf 46 859 Einheiten steigerten. Die Eigenheime auf vier Rädern haben ihre Absatzzahlen damit seit 2009 mehr als verdoppelt. Im Schnitt blätterten die Kunden 73 431 Euro für ein Neufahrzeug hin.

"Mit dem Ergebnis haben wir selbst unsere optimistischen Prognosen für 2018 übertroffen", sagt der CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso und betont die Zunahme bei den Caravans. Die dümpelten zu Beginn des neuen Jahrtausends noch vor sich hin, legten zuletzt aber auch kontinuierlich zu und haben mit 24 327 Einheiten (plus 7,2 Prozent) das beste Ergebnis seit 2001 eingefahren. Dabei lag der Durchschnittspreis für einen Caravan bei 20 730 Euro.

Mit 11,2 Milliarden Euro hat die gesamte deutsche Caravaning-Branche auch beim Umsatz neue Höhen erklommen. Im weltweiten Vergleich ist Deutschland mit Abstand der größte Markt, aber auch in Frankreich, Schweden, Spanien, Belgien, den Niederlanden und Österreich gab es bei den Reisemobilen die höchsten Zulassungszahlen aller Zeiten, wovon die deutschen Hersteller bei Exportquoten von 43,8 Prozent (Reisemobile) und 46,1 Prozent (Caravans) davon profitierten.

"Die Urlaubsform Caravaning liegt in ganz Europa voll im Trend", erklärt Onggowinarso. Bei den Reisemobilen setzt sich dabei der Trend zu den ausgebauten Kastenwagen fort. In Deutschland haben die kompakten Fahrzeuge mit einem Anteil von fast 50 Prozent die mittelgroßen Teilintegrierten als beliebteste Gattung von der Spitzenposition verdrängt. Befeuert wird diese Entwicklung durch eine größere Auswahl an Basisfahrzeugen. Zuletzt markante Akzente gesetzt haben der VW Crafter mit dem in Eigenregie produzierten Grand California, sein von Knaus ausgebauter MAN-Halbbruder TGE und der ebenfalls auf mehr Pkw-Komfort, Konnektivität und zahlreiche Assistenzsysteme setzende Mercedes Sprinter, der seine Präsenz deutlich ausgebaut hat. Der Fiat Ducato bleibt zwar das dominierende Basisfahrzeug bei den Reisemobilen, die erstarkende Konkurrenz setzt den Italienern aber zu.

Generell lieben Kunden die kompakten Kastenwagen, weil sie wendiger und leichter zu bewegen sind sowie für Alltag und Städtereisen interessant sind. Aber auch die großen teil- und vollintegrierten Reisemobile und die teureren Luxusliner sind nach wie vor stark gefragt.