Nur keine Hemmungen

Peter Löschinger

Von Peter Löschinger

Sa, 02. Dezember 2017

Auto & Mobilität

Bei akuter Gefahr voll auf die Bremse steigen.

Bei akuter Gefahr dürfen Autofahrer nicht zu zaghaft reagieren. "Voll auf die Bremse und die Kupplung treten", rät Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Das brauche Überwindung, sei aber wichtig. Denn noch immer seien viele Autofahrer zu zurückhaltend, wenn es darauf ankomme.

Das gilt, "wenn zum Beispiel unvermittelt ein Fußgänger auf die Straße tritt oder ein Radler vors Auto fährt". Die Kupplung zeitgleich zu treten, ist bei Autos mit Schaltgetrieben wichtig. Sonst stirbt der Motor ab. Dadurch könnte die Lenkunterstützung wegfallen und das Auto ungewohnt schwer lenkbar machen. Und es dauere unnötige Zeit, den Motor wieder zu starten, um aus dem Gefahrenbereich herauszukommen.

Bei akuter Gefahr sei keine Zeit zu verschenken. Und es gelte die Hemmung zu überwinden, kraftvoll die Pedale durchzutreten, betont der Experte. Für eine volle Gefahrbremsung braucht ein untrainierter Fahrer im Mittelwert etwa 0,8 Sekunden, bis er den vollen Pedaldruck erreicht, erklärt Bente. Ein darauf trainierter schaffe das bereits nach 0,3 Sekunden.

Bei Tempo 100 sorgt diese halbe Sekunde dafür, dass ein Auto mit untrainiertem Fahrer noch mit mit 40 bis 50 km/h auf ein Hindernis aufprallt, während der Trainierte bereits steht. "Kürzester Bremsweg heißt hier, volles Rohr auf die Bremse zu gehen", sagt Bente. Eine solche Gefahrbremsung ist eine ungewohnte Stresssituation, die Autofahrer üben sollten, zum Beispiel bei einem Fahrsicherheitstraining.