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06. März 2010

Oldtimers dicke Brüder

Auch alte Lastwagen können Liebhaberobjekte sein / Aufwand und Kosten sind häufig beträchtlich.

  1. Feuerwehr als Glücksfall: Historische Einsatzfahrzeuge wie dieser Magirus eignen sich gut für den Einstieg ins Lkw-Oldtimer-Hobby, weil es sie häufig gab. Foto: Stephan Roehse/dpa

Manche Menschen haben besondere Träume. Das gilt auch für Liebhaber alter Fahrzeuge. Die meisten mögen die klassischen Formen, einen vielzylindrigen Benzinmotor, gut erhaltene Lederbezüge oder gern auch mal die Ausfahrt mit geöffnetem Cabrio-Verdeck. Es gibt aber auch jene, für die ein Klassiker aus tonnenweise Metall bestehen sollte, die statt an ein Cabrio-Verdeck an eine schicke Plane über der Ladefläche denken und die von einem lautstark brummenden Dieselmotor schwärmen.

Klassiker sind eben nicht nur in die Jahre gekommene Sport- oder Personenwagen. Auch um historische Lastwagen schart sich eine wachsende Liebhaber-Gruppe.    Warum jemand ausgerechnet einem ziemlich angejahrten Nutzfahrzeug seine Zuneigung schenkt? Die Gründe sind die gleichen wie bei einem herkömmlichen Auto. So wird eine alte Limousine heute vielleicht gekauft, weil Opa exakt so ein Auto fuhr, als der heutige Käufer ein Kind war. Und auch bei den Lastwagen hat die Sache oft etwas mit Kindheitserinnerungen zu tun: "Ein Hintergrund kann sein, dass Vater oder Onkel Kraftfahrer waren und das Kind früher mal auf dem Beifahrersitz mitgenommen wurde", erzählt Kurt Theopold, Vorsitzender der Nutzfahrzeug-Veteranen-Gemeinschaft (NVG) in Lemgo. "Viele restaurierte Nutzfahrzeuge befinden sich außerdem im Besitz von Speditionen oder Busbetrieben", erläutert Klassiker-Experte Dieter Ritter vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Denn ein gut resaturierter alter Lkw eignet sich auch vorzüglich für Werbefahrten oder als Image-Träger.    Doch es gibt auch den Liebhaber, der sich so ein Fahrzeug zulegt und es dann eigenhändig restaurieren möchte, was allerdings erhebliche Anforderungen stellt. Das gilt nicht zuletzt für die Finanzen: "Es kostet ein Schweinegeld, so einen Lkw oder Bus zu restaurieren", sagt Frank Wilke vom Marktbeobachter Classic Data in Castrop-Rauxel.    Dass das Instandsetzen eines Lasters teuer ist, dafür gibt es viele Gründe. Das fängt schon mit dem Begriff "Nutzfahrzeug" an. Ein Nutzfahrzeug wird in der Regel viel länger genutzt als ein Pkw. Mancher Lkw-Klassiker war zudem nach seiner Zeit auf den Straßen laut Manfred Groß vom ADAC-Technikzentrum noch Jahre in Kieswerken oder auf Werksgeländen weiter unterwegs. Solch ein Gefährt muss mit deutlich mehr Aufwand restauriert werden als ein halbwegs gepflegtes Alltagsauto.

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Hinzu kommt das Thema Ersatzteile: Für Pkw tauchen immer mal wieder alte Teile auf, die jemand nach langer Zeit verstaubt in Opas Garage entdeckt hat. Weniger wahrscheinlich ist dagegen, dass in einer Rumpelkammer über die Jahrzehnte völlig unbeachtet eine komplette Lastwagenhinterachse herumgelegen hat. Ein passendes Ersatzteil zu finden, ist für Lkw-Oldtimer-Liebhaber oft eine sehr langwierige und aufwendige Sache.

Hinzu kommt, dass mit einem Lastwagen noch weiterer Aufwand verbunden ist. Er passt schon mal nicht in die heimische Garage. Es muss also eine größere Unterkunft her. Vermeintliche Kleinigkeiten gehen zusätzlich ins Geld: "Ein Satz Reifen kann 4000 bis 5000 Euro kosten", so Wilke.    Trotzdem wachse das Interessen an historischen Nutzfahrzeugen: "Das Thema ist größer geworden." Was sich allerdings vor allem auf das Interesse an den Fahrzeugen bezieht, weniger auf den tatsächlichen Besitz. NVG-Vorstand Theopold geht von einer dreistelligen Zahl an Menschen aus, die tatsächlich solche Fahrzeuge besitzen.

Autor: Heiko Haupt (dpa)