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21. Januar 2012

Rost und Schäden auf der Spur

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, braucht Zeit und Fingerspitzengefühl für die Mängelsuche.

  1. Detektivarbeit: Rost versteckt sich oft in verborgenen Ecken – zum Beispiel hinter den Schwellern. Bei der Mängelsuche sollte man daher genauer hinschauen. Foto: Franziska Koark/dpa

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist Vorsicht geboten. Eine tadellose Optik bedeutet nicht, dass ein Auto technisch top in Schuss ist. Viele Mängel lassen sich auch ohne Schrauberwissen aufspüren. Experten von TÜV Süd, ADAC und der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) geben Tipps.

Kaufentscheidung: Bei einem Händler kauft es sich in der Regel sorgloser. Denn hier bekommt der Käufer Garantie – er ist somit gegen Mängel weitgehend abgesichert. Beim Gebrauchtwagenkauf von privat gibt es keine Garantie.

Mängelsuche: Unterschiedliche Spaltmaße an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen deuten auf einen Unfallschaden hin. Gleiches gilt, wenn das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt.

Papiere: Im Serviceheft sollten die Wartungen lückenlos dokumentiert sein. Viele Vorbesitzer lassen auf ein "Montagsauto" schließen. Mehr als zwei Halter in fünf Jahren sind verdächtig.

Motorraum: Abgeplatzter Lack und Schäden an Schraubverbindungen der Karosserieteile können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt worden sein.

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Rost: Es lohnt ein Blick unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit den Fingern lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Mieft es im Wagen, im Fußraum nach feuchten Stellen suchen.

Lack-Check: Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest: Vor der Probefahrt sämtliche Fahrzeugfunktionen testen – von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis hin zum Radio. Probefahrt: Mal eben eine kurze Runde zu drehen, reicht nicht aus. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn eine verzogene Spur oder defekte Stoßdämpfer machen sich erst bei höherem Tempo bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve.

Nachschau: Wer sich unsicher ist, sollte den Wagen in eine Werkstatt oder zu einer Prüfstelle fahren.

Autor: Christoph Walter (dpa)