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30. November 2011

Winterjacken sind Hightech-Produkte

Hardshell, Softshell oder wattiert: Das hängt vom Einsatz ab.

  1. Wind- und wasserdicht: Hardshell-Jacke von Haglöfs Foto: pr

Früher war die Welt einfacher. Es gab gelbe oder rosa Häuschen, da ging man rein zum Telefonieren; und es gab dicke Jacken, in denen Skifahrer wie Michelin-Männchen aussahen. Heute gibt es Smartphones, Softshell- und Hardshell- Jacken, Baselayer und Midlayer – und der unbedarfte Kunde weiß nicht mehr so wirklich, welches Kleidungsstück für welchen Einsatzzweck ist. "Wenn man das Lagenprinzip verstanden hat", sagt Herbert Horelt, Deutschland-Geschäftsführer des schwedischen Outdoorspezialisten Haglöfs, "ist alles halb so wild."

Also ran an ein neues Hightech-Produkt. Haglöfs präsentiert für den Winter eine neue Jacke samt Hose mit dem Namen P2 Verte. Funktionell sollen sie sein, dazu aus recyceltem Material hergestellt und nach Ablauf der Lebensdauer auch recycelbar. Die Verte-Reihe ist eine zweilagige Hardshell-Kombi, das ist die äußere Bekleidungsschicht, die die Aufgabe hat, Wind und Wetter zu trotzen. Hardshell-Jacken und -Hosen haben den Vorteil, dass sie leicht sind mit hoher Bewegungsfreiheit. Weil sie per se dünner sind als wattierte Jacken, muss der Unterbau stimmen – das Zwiebelprinzip muss eingehalten werden. "Das Wärmeempfinden der Menschen ist sehr unterschiedlich", sagt Herbert Horelt, deshalb sei es sinnvoll, die Temperatur über mehrere Schichten zu regeln.

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Weil moderne Outdoorjacken multisportiv eingesetzt werden können, muss die Verte in unserem Test zeigen, wie funktional sie bei einem Berglauf und auf dem Mountainbike ist. Die Jacke ist leicht und bequem, die Nähte sind verklebt, die Reißverschlüsse wasserdicht, so kommt auf dem Rad auch bei Tempo kein Wind durch, die Wärme bleibt drin. Und der Schweiß? Der soll raus, deshalb legen die Hersteller großen Wert auf Atmungsaktivität. Und tatsächlich, am Ende der Fahrt ist die Jacke innen nur mäßig feucht. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei einer strengen Wanderung am Berg. Es nieselt. Kein Problem für die Jacke (Preis: 300 Euro), sie hat eine Wassersäule von 20 000 Millimeter. Regen und Schnee dürften damit auch für längere Zeit kein Thema sein.

So eine Hightech-Jacke besteht aus 180 Einzelteilen, "der Aufwand ist enorm hoch", sagt Horelt. Zahlen, wie hoch der Etat bei Haglöfs für die Entwicklung neuer Produkte ist, mag er nicht nennen. Nur so viel: "Die Entwicklungsabteilung ist die größte im Haus."

Sind also Hardshell-Produkte die Zukunft? Nicht nur. "Die wattierte Jacke wird immer ein starkes Thema sein", sagt Horelt. Die Wahl von Hose und Jacke hänge maßgeblich vom Einsatzgebiet ab: Wer nur auf der Piste fährt, wird verstärkt zu dicken Jacken tendieren, Wintersportler, die auch mal einen Berg hoch laufen oder im Gelände unterwegs sind und entsprechend stark schwitzen, werden zu den variablen Shell-Produkten tendieren.

Weitere Infos unter http://www.Hagloefs.de

Autor: stz