Zusätze für das Auto

Fabian Hoberg

Von Fabian Hoberg (dpa)

Sa, 09. Dezember 2017

Auto & Mobilität

Von sinnvollen und nutzlosen Dekorartikeln im Zubehörhandel.

Wackeldackel und gehäkelter Schutz für die Klorolle auf der Hutablage: In den 1980er- und 1990er-Jahren griffen einige Autofahrer gern bei diesen Dekoartikeln zu. Autozubehör gibt es auch heute in großer Auswahl. Doch nicht alle Teile aus dem Zubehörregal sind auch sinnvoll.

"Sinnfrei, weil sichtbehindernd und wirkungslos, sind etwa am Innenspiegel baumelnde CDs", sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). Die sollen angeblich das Blitzerfoto unbrauchbar machen. "Das ist so wahrscheinlich wie Schneefall im Juli und kann sogar verkehrsgefährdend sein", sagt Köster. Bei Sonneneinfall könnte es zur Blendung des Gegenverkehrs.

Der ADAC rät auch, auf die am Innenspiegel baumelnden Duftbäume zu verzichten. Sie lenken ab und können Stoffe enthalten, die Allergien auslösen. Besser: Duftspender vor der Lüftung. Einige Hersteller bieten integrierte Duftzerstäuber mit unterschiedlichen Duftnoten für ihre Klimaanlagen an.

Sorgten früher gefütterte Lederhandschuhe oder pelzige Lenkradhüllen für warme Finger, bieten manche moderne Autos als Option per Tastendruck ein beheiztes Lenkrad an. Von separaten Heizungsbezügen für Lenkrad oder Sitze raten die Experten wegen Verrutschgefahr ab: Der Lenkradbezug etwa könne sich lösen, auf dem Lenkrad verrutschen und unter Umständen sogar gegen die Typzulassung verstoßen. Wenn schon modernes Zubehör, dann Bluetooth-Freisprecheinrichtungen mit Sprachsteuerung, die das Telefonieren im Auto und damit die Fahrt sicherer machen.

Eher selten an modernen Autos finden sich die früher beliebten Zusatzscheinwerfer für Nebel- und Fernlicht. Mit wahren Lampenbatterien an der Front wurden früher Alltagsautos zu Rallye-Rennwagen aufgemotzt – zumindest optisch. An heutigen Fahrzeugfronten passen sie dagegen kaum.

"Außerdem hat sich die Lichttechnik stark weiterentwickelt", sagt Köster und nennt leistungsfähige und platzsparende Lichtquellen wie Xenon oder LED und Lichtsysteme, die sich automatisch auf verschiedene Verkehrssituationen einstellen. Nur in den skandinavischen Ländern mit ihren langen dunklen Tagen im Winter sind zusätzlich montierte Fernscheinwerfer nach wie vor weit verbreitet.

Auch große Lautsprecherboxen auf der Hutablage oder in den Türtaschen gibt es bei modernen Fahrzeugen immer seltener. Das Angebot an hochwertigen Audiosystemen ist schon bei vielen Kleinwagen so groß, dass eine Nachrüstung sich oft nicht rechnet.

Auf den Wackeldackel sollte man übrigens verzichten. Es ist heute genauso riskant wie früher: Der Dackel oder andere Gegenstände auf der Hutablage können bei einem Unfall zu gefährlichen Wurfgeschossen werden, warnt der ADAC.