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24. April 2010
Der Chef gibt das Spiel frei
Fußball-WM im Büro nur mit Erlaubnis schauen.
Arbeitnehmer sprechen es besser vorher mit dem Arbeitgeber ab, wenn sie die Fußballweltmeisterschaft im Büro verfolgen wollen. Denn sie dürfen während der Spiele nicht einfach die Arbeit ruhen lassen. "Wer das ohne Erlaubnis macht, dem droht eine Abmahnung", sagte der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg in einem Gespräch mit dem DPA-Themendienst. Im Dienst gehe die Arbeit schließlich vor. "Dafür wird man ja bezahlt", erläuterte das Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins. Auch während einer Fußball-Weltmeisterschaft gebe es keine Sonderregeln.
Fußballfans müssten sich daher mit ihrem Vorgesetzten einigen, wenn sie zum Beispiel früher Feierabend machen wollen, um das Eröffnungsspiel am 11. Juni um 16 Uhr anzuschauen. So könnten sie zum Beispiel vereinbaren, dass sie zum Ausgleich an dem Tag früher zur Arbeit kommen, schlug Eckert vor. "Oder man gleicht das über ein Gleitzeitkonto aus, wenn es das in dem Betrieb gibt." Mitarbeiter dürfen im Büro auch nicht ohne weiteres das Radio nebenher laufen lassen oder den Spielverlauf über einen Liveticker im Internet verfolgen. "Das sind alles Ablenkungen von der Arbeit", sagte Eckert. Ärger dürfte es vor allem dann geben, wenn dadurch die Arbeit liegenbleibt oder Kundenanrufe nicht entgegengenommen werden. "Es geht also nicht, dass man dann sagt: Lass mal klingeln, jetzt wird es grad spannend."
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Ein Verbot fürs Fernsehen und Radiohören im Betrieb muss dabei nicht für alle Mitarbeiter gleich gelten: Der Chef dürfe es zum Beispiel einem Bankmitarbeiter am Schalter verbieten und es anderen erlauben, die in einem Büro ohne Kundenkontakt arbeiten. Das Argument "Die anderen dürfen doch auch die WM gucken" zieht also nicht.
Ebenso wenig können Mitarbeiter sich darauf berufen, wie der Arbeitgeber 2006 bei der Weltmeisterschaft in Deutschland mit dem Thema umgegangen ist. Selbst wenn es während des "Sommermärchens" im Betrieb erlaubt war, Fußball zu gucken, müsse das nicht für diese Weltmeisterschaft gelten. "Da gibt es keine betriebliche Übung. Dafür ist zu selten WM", erläuterte Eckert. "Man kann nicht sagen: Weil wir 2006 Fußball geguckt haben, machen wir das dieses Jahr wieder."
Autor: tmn
