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10. Dezember 2011

Eine Woche für Behinderte

Arbeitsagentur verstärkt Engagement.

  1. Trotz guter Qualifikation oftmals benachteiligt: Schwerbehinderte Foto: Christoph Breithaupt

Bessere Eingliederung von Schwerbehinderten im Arbeitsleben. So lautete das Ziel der Aktion, die während der Woche vom 5. Dezember von der Bundesagentur für Arbeit (BA) bundesweit veranstaltet wurde. Die Aktion mache auf den wertvollen gesellschaftlichen Beitrag aufmerksam, den Behinderte in der Arbeitswelt leisten können, wie die BA im Internet mitteilte. Auch die Freiburger Arbeitsagentur verstärkte in der Aktionswoche ihr Engagement für schwerbehinderte Arbeitslose und Rehabilitanden. Menschen mit starken körperlichen Beeinträchtigungen würden ein großes, brachliegendes Potenzial für die Wirtschaft bergen. Rund 60 Prozent der knapp 1000 arbeitslosen Schwerbehinderten in Freiburg seien gut ausgebildet oder besäßen einen akademischen Abschluss, schreibt die Arbeitsagentur in einer Mitteilung.

In der Aktionswoche suchten Vermittler der Arbeitsagentur gezielt Firmen auf und stellten anhand anonymer Profile arbeitssuchende Behinderte vor. So sollen Arbeitssuchende mit starken Beeinträchtigungen an eine Stelle vermittelt werden. Es handle sich um eine bereits erprobte Vorgehensweise, der man in dieser Woche aber besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat, sagt Timo Honisch, Teamleiter für Rehabilitanden und Schwerbehinderte bei der Arbeitsagentur. Die Vermittler orientierten sich bei der Firmenwahl an den Berufswünschen der Arbeitssuchenden: Je nachdem, ob der Klient Bäcker oder Verkäufer werden will, wurden entsprechende Firmen angesprochen.

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Das Ziel ist die perfekte Eingliederung

"Es geht aber nicht nur um die Bedürfnisse der arbeitslosen Behinderten", sagt Honisch. Auch die Bedürfnisse der Arbeitgeber seien berücksichtigt worden. Anfragen, die die Arbeitsagentur von den Firmen erhalten hat, wurden mit den Profilen der Schwerbehinderten und Rehabilitanden verglichen und entsprechende Kandidaten vorgeschlagen. "Damit erledigen wir zwei Fliegen auf einen Streich", sagt Honisch, "der Arbeitgeber findet einen qualifizierten Mitarbeiter und der Behinderte eine Stelle." Honisch habe bisher nur positive Reaktionen von Seiten der Firmen erhalten.

Das Engagement soll auch nach dieser Woche beibehalten werden. Denn die Aktion sei, laut Honisch, als Startschuss zu verstehen. Daher sei die Zielsetzung auch auf langfristig nachhaltige Resultate angelegt. Die Arbeitsagentur arbeite auf Inklusion hin, eine vorurteilsfreie Eingliederung von Schwerbehinderten. Davon sei man aber noch weit entfernt, sagt Honisch. Diskriminierungen und Ablehnung verhinderten einen nachhaltigen und vollständigen Einbezug von Schwerbehinderten in der Arbeitswelt. Dazu sind die Hemmungen und Vorurteile in der Bevölkerung noch zu stark.

Um bei den Firmen das Vertrauen in die Fähigkeiten der Schwerbehinderten zu stärken, setzt die Arbeitsagentur unter anderem auf betriebsnahe Ausbildung. Behinderte sollen nicht separat in Sondereinrichtungen ausgebildet werden, sondern wenn möglich direkt in Betrieben. Diese werden bei anfallenden Anpassungen bei den Arbeitsplätzen, zum Beispiel beim Einbau von visuellen Warnsignalen für Gehörlose, beratend und finanziell unterstützt.

Autor: Samuel Rink