Erzählungen vom Reisen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 23. Dezember 2017

Bildung & Wissen

Forschungskolleg in Freiburg.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen: Der Satz aus dem 18. Jahrhundert gilt heute erst recht – aber anders. Denn wir bedienen uns dazu Medien, von denen der Autor des Satzes, der Dichter Matthias Claudius, keine Ahnung hatte. Was aber verändert sich dadurch – beim Reisen, bei den Reiseerfahrungen, in den Berichten übers Reisen? Diesen Fragen geht ein neues Forschungskolleg an der Universität Freiburg nach, in das die Volkswagenstiftung in den nächsten vier Jahren mehr als 1,4 Millionen Euro investiert. Konkret geht es um sechs Promotionsprojekte, dazu kommen ein oder zwei Post-Doc-Mitarbeiter. Das Besondere an dem Kolleg liegt in der Interdisziplinarität: Kultur- und Literaturwissenschaft, Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie sowie Humangeographie arbeiten zusammen – Fächer, die sich schon bisher mit Reiseformen und -literatur beschäftigt haben. Sie wollen nun gemeinsam aktuelle Reiseerfahrungen – vom neuen Pilgern über die Städtereise bis zum "Dark Tourism", dem Reisen zu Trauer- und Schreckensorten – und die heutigen Formen der Darstellung solcher Reisen vom Buch bis zum Blog untersuchen. Es wird bei der Theorie nicht bleiben: Über das Thema Reise soll angeknüpft werden an viele Berufsfelder außerhalb der Universität – weshalb auch Tourismusagenturen und andere externe Partner mitmachen.