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28. Januar 2010

Fördermillionen – und neue Produkte

Weil die Mikrosystemtechnik im Südwesten vorbildhaft vernetzt ist, regnet’s auch in Freiburg bald Cluster-Subventionen aus Berlin.

  1. Chip mit Brennstoffzelle Foto: Imtek

  2. Eckehardt Keip, Vorsitzender von Microtec Südwest Foto: Privat

  3. Peter Jeuk, Geschäftsführer von Microtec Südwest Foto: Privat

Zwischen 10 und 15 Millionen Euro an Forschungsfördergeld wird in den kommenden Jahren zusätzlich nach Freiburg fließen. Das Forschungsministerium in Berlin hatte einen Wettbewerb für sogenannte Cluster (siehe Infobox) veranstaltet – und der Mikrosystemtechnik-Cluster "Microtec Südwest" ist einer der fünf Gewinner. Die BZ berichtete gestern darüber auf "Land und Region". Freiburg ist ein wichtiger Standort innerhalb des Clusters, darum bekommt auch die hiesige Mikrosystemtechnikbranche nun kräftig Rückenwind. Neue Produkte sind geplant.

"Ich bin immer noch dabei, die mehreren hundert Glückwunsch-E-Mails durchzugehen", berichtet Peter Jeuk, der Geschäftsführer des Microtec-Südwest-Clusters. Der 57-Jährige koordiniert von seinem Büro im Freiburger Solar-Info-Center beim Flugplatz aus die Arbeit des Unternehmens- und Forschungsnetzwerks, das mittlerweile rund 340 Akteure aus der Mikrosystemtechnik-Szene zwischen Lörrach, Karlsruhe, Heilbronn, Aalen und Tuttlingen miteinander verbindet – darunter sechs Universitäten, zwölf Fachhochschulen und 18 weitere Forschungseinrichtungen. Die große Masse der Akteure sind allerdings Unternehmen – im Raum Freiburg beispielsweise Litef, Micronas, Sick, Sensopart und Testo.

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Seit Mai 2006 versucht Jeuk, seinen Cluster voranzubringen. Der jetzige Erfolg ist die bisherige Krönung dieser Bemühungen. Jeuk: "Auf Landesebene waren wir letztes Jahr schon erfolgreich. Jetzt aber spielen wir in der Bundesliga – eigentlich fast schon Championsleague."

Mit 33 Verbundprojekten hatte sich Microtec Südwest beim Bundeswettbewerb präsentiert – unter Ägide von Jeuk, dem Cluster-Vorsitzenden, Eckehardt Keip aus der Litef-Geschäftsführung und Jürgen Rühe, Prorektor der Uni Freiburg und Mitglied im Microtec-Vorstand. Weil Freiburger Akteure an vielen der Projekte beteiligt seien, werden laut Jeuk voraussichtlich 10 bis 15 der insgesamt 40 Millionen Euro an Forschungssubventionen für den Cluster nach Freiburg gehen – insbesondere ans Mikrosystemtechnik-Institut der Uni (Imtek) und an die fünf Fraunhoferinstitute der Stadt.

Beispielhaft ist das Brennstoffzellen-Vorhaben von Imtek-Professor Holger Reinecke. Bis in drei Jahren soll in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern, insbesondere Micronas, eine nur noch millimetergroße Version des umweltfreundlichen Minikraftwerks zur Marktreife gebracht werden. Sie könnte Sensorchips mehrere Monate mit Strom versorgen.

CLUSTER

Cluster (Haufen, Ballungen) sind in der Sprache von Ökonomen eine bestimmte Form von Zusammenschlüssen von Unternehmen – und gegebenenfalls auch Forschungseinrichtungen oder weiteren Institutionen. Man spricht von Clustern, wenn derartige Netzwerke auf eine bestimmte geografische Region begrenzt sind, die Wertschöpfungskette abbilden und dabei markt- und effizienzorientiert arbeiten.  

Autor: hos

Autor: Holger Schindler