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11. November 2017

Schon Babys können schätzen

Gefühl für Wahrscheinlichkeit.

Das menschliche Gehirn vermag auf der Basis weniger Daten zu folgern, wie wahrscheinlich ein Ereignis ist oder wo statistische Regelmäßigkeiten bestehen. Bei Erwachsenen gilt diese Fähigkeit als selbstverständlich. Am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, das dabei mit der Universität Uppsala in Schweden zusammengearbeitet hat, wurde nun herausgefunden, dass bereits sechs Monate alte Babys ein Gefühl für Wahrscheinlichkeiten besitzen.

Den Kleinkindern gelingt es, aus einer Menge blauer und gelber Bälle herauszufiltern, welche Farbe die häufigere und damit diejenige ist, die mit größerer Wahrscheinlichkeit gezogen wird. In einer früheren Studie konnten vier Monate alte Babys dagegen diese Aufgabe noch nicht lösen. Untersucht haben die Neurowissenschaftler diese Zusammenhänge mit Filmen, die sie 75 Babys im Alter von sechs, zwölf und 18 Monaten zeigten.

Darin verteilte eine Maschine sichtbar sehr viele blaue und wenige gelbe Bälle je nach Farbe auf verschiedene Körbe. Dass ein gelber Ball in den Korb fiel, war 625-mal unwahrscheinlicher. Anhand der Augenbewegung der Babys beobachteten die Forscher, dass die kleinen Probanden länger auf die unwahrscheinlichere Variante schauten – egal in welcher Altersklasse. Vermutlich weil sie fesselte, dass aus der Masse blauer Bälle ein gelber fiel.

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Als die Forscher das Zahlenverhältnis unter blauen und gelben Bällen änderten, änderten sich auch die Blicke der Kleinen. Als es nur neunfach wahrscheinlicher war, dass in dem Korb ein blauer statt eines gelben Balls landete, schauten die Babys länger auf die wahrscheinlichere Variante, den Korb mit blauen Bällen. Erklärt wird diese Verhaltensänderung mit dem steigenden Schwierigkeitsgrad der Entscheidung.

Autor: BZ