Schulbücher überfordern oft

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 25. November 2017

Bildung & Wissen

Tübinger Untersuchung.

Schulbücher, die beim Verstehen von Sachverhalten helfen sollen, überfordern oft Kinder und Jugendliche, weil die von den Autoren gewählte Sprache nicht alters- und entwicklungsgemäß ist. Es gibt aber auch das Gegenteil – Schulbücher, die unterfordern. Das ist Ergebnis einer Studie, für die Wissenschaftler der Universität Tübingen 3000 Texte aus 35 in Baden-Württemberg zugelassenen Schulbüchern für Geografie in den Klassen fünf bis zehn an Hauptschulen und Gymnasien untersucht haben. "Es gibt Verbesserungspotenzial, zum Beispiel beim Wortschatz oder bei den grammatischen Strukturen", sagt Karin Berendes vom Tübinger Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, Erstautorin der Studie.

Die Schulbuchtexte wurden beispielsweise danach analysiert, wie abwechslungsreich der darin enthaltene Wortschatz ist oder aus wie vielen Wörtern ein Satz im Durchschnitt besteht. Anschließend verglichen die Tübinger Wissenschaftler die Texte für die unterschiedlichen Klassenstufen und die beiden Schularten miteinander. Je höher die Klassenstufe und das Leistungsniveau, desto komplexer müsse die Sprache der Texte sein, nahmen sie an. Doch die untersuchten Schulbücher wiesen nur bedingt einen systematischen Zuwachs sprachlicher Komplexität auf. Es gab zudem deutliche Unterschiede zwischen Schulbüchern verschiedener Verlage für dieselbe Altersstufe. Das erlaubt den Rückschluss, dass viele Texte nur bedingt an die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler angepasst sind.