Trockenfisch von den Lofoten

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Von dpa

Sa, 12. August 2017

Bildung & Wissen

Früher Handel der Wikinger.

Weit früher als bislang bekannt haben die Wikinger in Mitteleuropa mit getrocknetem Kabeljau von den norwegischen Lofoten gehandelt. So verspeisten die Bewohner der ehemaligen Wikingerstätte Haithabu nordwestlich von Kiel bereits vor 1200 Jahren luftgetrockneten Stockfisch aus Nordnorwegen, wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Kieler Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung herausgefunden hat. Salz als Konservierungsmittel habe um 800 nach Christus noch nicht in großen Mengen zur Verfügung gestanden, sagte der Geomar-Biologe Jan Dierking. "Das norwegische Klima war aber geeignet, um die Fische an der Luft gefrierzutrocknen." Bislang sei die Forschung davon ausgegangen, dass der Stockfisch-Handel erst im 13. Jahrhundert zu Zeiten der Hanse in Schwung gekommen sei. "Wir haben jetzt gezeigt, dass das aber schon 500 Jahre vorher bei den Wikingern der Fall war", sagte Dierking. Die Wissenschaftler nutzten archäologische Proben, darunter fünf Funde von Fischknochen aus Haithabu und untersuchten diese mit genetischen Analyseverfahren.