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Warum bekommen Vögel auf Stromleitungen keinen Schlag?

Valérie Labonté

Von Valérie Labonté

Sa, 11. August 2018 um 13:25 Uhr

Bildung & Wissen

Strom fließt nur, wenn ein Spannungsunterschied besteht. Bildlich vorstellen kann man sich das mit zwei unterschiedlich vollen Wasserflaschen, die am Flaschenboden durch einen Schlauch verbunden sind.

Ist mehr Wasser in der einen Flasche, findet ein Ausgleich durch den Schlauch statt, bis beide Flaschen gleich voll sind. Hat man nur eine Wasserflasche, kann auch kein Ausgleich stattfinden. Sitzt der Vogel nun mit beiden Füßen auf einem Stromseil, so fließt aufgrund der fehlenden Spannungsdifferenz kein Strom durch seinen Körper.

Berührt er aber zwei Stromseile, die unterschiedliche Spannungen führen, fließt Strom durch seinen Körper, der Vogel bekommt einen Stromschlag und wird tödlich verletzt. Dasselbe widerfährt ihm, wenn er ein Stromseil und den geerdeten Strommasten berührt.

Vor allem größeren Vögeln kann es beim An- und Abflug passieren, dass sie zwei Stromseile berühren. Laut Nabu sind Stromschläge etwa bei Weiß- und Schwarzstorch der Hauptgrund für Populationsrückgänge. Neue Masten müssen daher so konstruiert werden, dass Vögel vor Stromschlägen geschützt sind.

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