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Warum haben Damenräder keine Querstange?

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 13. Januar 2018 um 14:41 Uhr

Bildung & Wissen

Tritt ein Radler in die Pedale, wirken massive Kräfte auf die senkrechte Stange unter dem Sattel. Das kann dazu führen, dass sich der Rahmen verzieht. Um das zu verhindern, gibt es die Querstange.

Im Fachjargon wird die Querstange als Oberrohr bezeichnet. Die macht den Rahmen zum Dreieck. "Das ist statisch immer der stabilste Verbund, und es ist produktionstechnisch einfacher", sagt Thomas Kosche vom Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim.

Dass Damenräder auf diese Querstange verzichten müssen, hat historische Gründe: Als Frauen nur lange Röcke trugen, brauchten sie einen flachen Durchstieg, um aufs Rad zu kommen. Doch das ging auf Kosten der Stabilität des Rahmens, die Damenräder sind daher bei intensiver Nutzung weniger lang haltbar und anfälliger für Rahmenbrüche. Zur Verstärkung wird die vordere Stange meist als Doppelrohr gebaut. "Dadurch wird das Oberrohr länger und es muss kräftiger ausgeführt werden", sagt Kosche, "das heißt, tendenziell wird das Fahrrad damit schwerer."

Die Vorteile der Querstange sind so überzeugend, dass sich inzwischen viele Frauen aufs Herrenrad schwingen, schwierigeres Aufsteigen hin oder her. Das Damenrad hat dennoch treue Fans, die den niedrigen Durchstieg schätzen: Vor allem ältere Generationen ziehen es vor, wenn sie das Bein nicht mehr über den Sattel hieven müssen.

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