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20. Juni 2012
Weiterer Neubau für die Hochschule
2500 Quadratmeter reine Nutzfläche / Büros und Seminarräume / Dafür muss die Lok in Richtung Osten versetzt werden.
OFFENBURG. Die Hochschule Offenburg erweist sich weiterhin als florierendes und expandierendes Unternehmen: Ab September bekommt sie einen Erweiterungsbau – und zwar genau an der Stelle, an der sich heute noch das seltene Exemplar einer Lok der Baureihe 18 323 befindet. Diese wird schon in wenigen Tagen, am 29. Juni, um wenige Meter versetzt – auf die östliche Seite der Zufahrtsstraße – und, mit Blick zum Kreisverkehr, um 90 Grad gedreht.
Die Hochschule Offenburg kommt aus dem Bauen nicht heraus. Beim Bau des neuen Erweiterungsgebäudes am Eingang des "Campus", also des Hochschulgeländes am Südring, handelt es sich aber nicht um eine präventive Maßnahme, wie Rektor Winfried Lieber betont: "Damit wird lediglich die Grundlast durch Gebäude abgedeckt." Auf gut Deutsch: Ist das Gebäude bezugsfertig, sind zumindest die gröbsten räumlichen Engpässe beseitigt, wenigstens vorerst.Denn die Hochschule Offenburg wächst nach wie vor. Vor fünf Jahren studierten dort 2200 junge Leute. Derzeit sind es rund 3700. "Und zum kommenden Wintersemester werden wir die Zahl von 4000 deutlich überschreiten", sagt Lieber. Das liegt vor allen Dingen daran, "dass wir erstmals 1200 Anfänger zulassen werden – die bislang höchste Zahl". Bereits zum vergangenen Wintersemester ließen sich 1160 Erstsemester einschreiben: "Das war das erste Mal, dass wir die 1000-er-Marke überboten haben." Viele Bewerbungen mussten abgelehnt werden: "5000 junge Leute wollten hier ihr Studium beginnen." Lieber weiß um den guten Ruf der Hochschule und die ausgezeichnete Verzahnung mit der regionalen Wirtschaft, die auch dafür sorgt, dass eine große Zahl von Absolventen bereits vor der letzten Prüfung den Arbeitsvertrag in der Tasche hat.
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Dass die Hochschule Offenburg bei jungen Leuten mit Abitur oder Hochschulreife so beliebt ist, sei laut Rektor Lieber besonders auch "auf die große Zahl an innovativen Studiengängen" zurückzuführen. Man denke nur an neuere Studiengänge wie Medizintechnik, Logistik und Handel oder Energiesystemtechnik.
Jetzt also erneut ein Neubau, kaum dass vor knapp drei Jahren in Anwesenheit des damaligen Ministerpräsidenten Oettinger der Erweiterungsbau des Fachbereichs Medien und Informationswesen eingeweiht wurde, mit seinen Hörsälen, Studios, Labors, Werkstätten und Büros, alles auf rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche verteilt. Die Gesamtinvestition lag bei gut 12,5 Millionen Euro.
Das neue Gebäude wird nur unwesentlich geringere Volumina aufweisen, doch es wird wohl das standortprägendste, dominanteste Gebäude werden – es wird nach Fertigstellung das Eingangsgebäude zum "Campus" bilden. Es ist als Passivgebäude nach den modernsten energetischen Anforderungen ausgewiesen. Die reine Nutzfläche wird 2500 Quadratmeter betragen. Untergebracht werden dort vorrangig Büros, Seminarräume und Lernzonen für freies Arbeiten. Ursprünglich mit 6,8 Millionen Euro veranschlagt, wird es nun 8,9 Millionen Euro kosten, also gut zwei Millionen Euro mehr, was aber nicht an falschen Kalkulationen liegt, sondern am Umstand, dass zwischenzeitlich beschlossen wurde, nicht vier, sondern sogar fünf Stockwerke hochzuziehen. "Das ist der Stadt Offenburg zu verdanken, die dieses fünfte Stockwerk vorfinanzieren wird." Dank zollt Lieber auch Georg Dietrich, der seine Verbundenheit mit der Hochschule "durch eine großzügige Zuwendung" abermals dokumentiert habe. Mit ihr habe der Bau letztlich angeschoben werden können.
LOK 18 323
Die Lok vor der Hochschule Offenburg, Jahrgang 1920, war eine von 20 Lokomotiven der Baureihe "IV h" der Großherzoglich Badischen Staatsbahn, die auch in Offenburg beheimatet waren. Die Lok wiegt 97 Tonnen, hat eine Länge von 23 Metern, die Triebräder haben einen Durchmesser von 2,10 Metern. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 140 km/h. Nach ihrem Bau war die Lokomotive laut Professor a. D. Günther Klein bei den Bahnbetriebswerken Offenburg, Koblenz, Bremen und Buchholz (Kreis Harburg) sowie beim Bundesbahnversuchsamt Minden "beheimatet" Am 5. Oktober 1969 erfolgte auf der alten Stammstrecke Frankfurt-Basel die letzte Tour, ehe sie in Karlsruhe außer Betrieb gesetzt wurde. Darauf wurde sie im Ausbesserungswerk Offenburg generalüberholt und im April 1972 vor der Hochschule Offenburg aufgestellt. Bei der Restaurierung erwies sich besonders Aenne Burda als großzügige Spenderin. Ihr Vater fuhr einst diesen Lokomotivtyp.
Autor: hrö
Autor: Hubert Röderer





