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Sicherheitsbericht

Deutschland führend bei der Online-Kriminalität

Die Zahl der Cyber-Angriffe ist im letzten Jahr um 81 Prozent gestiegen. In Europa belegt Deutschland dabei den ersten Platz vor Russland und Großbritannien. Mittelständische Unternehmen sowie Smartphone-Besitzer rücken vermehrt ins Visier der Angreifer.

  1. Deutschland führend bei der Online-Kriminalität (c) Symantec Foto: IDG

Was im Fußball erst für diesen Sommer auf der Agenda steht, hat Deutschland in der Online-Kriminalität bereits im letzten Jahr geschafft: wir sind Europameister. Das ergibt sich jedenfalls aus der 17. Ausgabe des Internet Security Threat Report (ISTR) des Sicherheitsunternehmens Symantec. Demnach ist die Zahl der 2011 weltweit festgestellten Online-Angriffe auf 5,5 Milliarden angewachsen – gegenüber 2010 ein Anstieg um 81 Prozent.

Auch bei Phishing-Aktivitäten ist Deutschland inzwischen vom zweiten auf den ersten Rang in Europa vorgerückt. Zweite Plätze belegt Deutschland als Quelle Web-basierter Angriffe sowie bei der Zahl der mit Bots infizierten Computer – nur in Italien gibt es noch mehr Zombie-Rechner.

Der Mittelstand wird immer mehr zur Zielscheibe der Cyber-Attacken. Gezielte Angriffe galten im letzten Jahr zu mehr 50 Prozent Unternehmen mit weniger als 2500 Angestellten, während früher eher der öffentliche Sektor im Mittelpunkt stand. Einen Grund für diese Entwicklung sieht Symantec darin, dass Mittelständler oft Zulieferer oder Partner großer Unternehmen sind und sich daher als Sprungbrett anbieten, um das eigentliche Ziel eines Angriffs, ein Großunternehmen, zu erreichen.

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Smartphones und andere Mobilgeräte wie Tablet-PCs sind seit 2011 zu ernsthaften Angriffszielen geworden, auch wenn die Lage weit davon entfernt ist, mit der im PC-Bereich vergleichbar zu sein. Symantec hat bislang 3600 Schädlingsvarianten für Mobilplattformen gezählt, insgesamt jedoch allein im letzten Jahr über 400 Millionen, von denen der Löwenanteil auf PCs entfällt. Die Zahl der Sicherheitslücken in Mobilsystemen hat sich gegenüber 2010 nahezu verdoppelt.

Mit einem noch immer weit verbreiteten Vorurteil kann Symantec schließlich aufräumen: die Gefahr sich Malware einzufangen ist auf Porno-Websites vergleichsweise gering. Website mit religiösen oder ideologischen Inhalten weisen demgegenüber die dreifache Anzahl schädlicher Codes pro kompromittierter Website auf. Porno-Websites rangieren mit einem Anteil von 2,4 Prozent an den verseuchten Websites auf Platz 10. Tabellenführer sind Blogs und artverwandte Sites mit knapp 20 Prozent Anteil. Porno-Anbieter verdienen mit ihren Websites Geld und tun etwas dafür ihren Strafraum sauber zu halten. Ein schlechter Ruf ist schädlich fürs Geschäft der ganzen Branche.

© IDG / In Zusammenarbeit mit pcwelt.de

Autor: Frank Ziemann