Eisige Berge, verschwiegene Menschen

Martin Weber

Von Martin Weber

Mi, 22. August 2018

Computer & Medien

Arte zeigt ab Donnerstag die düstere achtteilige Krimiserie "Elven – Fluss aus der Kälte".

Der Titel klingt zwar nach einer Mysteryserie, doch mit irgendwelchen Elfen oder anderen Fabelwesen hat "Elven" nichts zu tun – das norwegische Wort heißt übersetzt schlicht: Fluss. Ein solcher spielt denn auch eine zentrale Rolle in der düsteren Krimiserie: Nachdem die kleine Silja (Wiola Wilmi) an einem Flussufer im hohen Norden Norwegens eine abgetrennte Hand gefunden hat, überschlagen sich die Ereignisse in der abgelegenen Gegend nahe den Grenzen zu Russland und Finnland, in der ein militärisches Sperrgebiet liegt. Der Kultursender Arte zeigt die ersten drei Episoden von "Elven" an diesem Donnerstag am Stück, die weiteren Folgen der achtteiligen Serie sind am 30. August und 6.September zu sehen.

Der örtliche Dorfsheriff Thomas Lønnhøiden (Espen Reboli Bjerke) stellt Silja zu ihrem grausigen Fund Fragen, bekommt aber nichts aus dem verschlossenen Mädchen heraus, das in einem abgelegenen Haus bei ihrer labilen Mutter und der bigotten Großmutter lebt. Überhaupt wird nur wenig geredet in der norwegischen Krimiserie, dafür lassen die Macher die Bilder sprechen: Großartige Naturaufnahmen von eisigen Bergen und verschneiten Wäldern kontrastieren mit Impressionen von schäbigen Behausungen und verlassenen Straßen – im äußersten Norden des skandinavischen Landes, das wird dem Zuschauer schnell klar, herrscht die Natur über den Menschen, die allgegenwärtige Kälte kriecht nahezu aus den Bildern und lässt die handelnden Personen nicht selten fast erstarren.

Als die zehnjährige Silja kurz nach ihrem Gespräch mit Thomas Lønnhøiden spurlos verschwindet, klingeln bei dem erfahrenen Ermittler sämtliche Alarmglocken. Er macht sich auf ins Sperrgebiet des norwegischen Militärs, wo er das Mädchen vermutet, und gerät mit der resoluten Offizierin Mia Holt (Ingeborg Sundrehagen Raustøl) aneinander.

Kurz darauf wird Siljas Leiche im Sperrgebiet sorgsam in Plastik verpackt gefunden. Lønnhøiden ist entsetzt. Obwohl er von seinen Vorgesetzten und den Militärbehörden dazu angehalten wird, seine Ermittlungen im Sperrgebiet unverzüglich einzustellen, bleibt der Kommissar hartnäckig und macht in einem alten Sägewerk eine grausige Entdeckung. Auf dem vom Militär kontrollierten Areal nahe den Grenzen zu Finnland und Russland scheinen sich furchtbare Dinge abzuspielen, die keinesfalls in die Öffentlichkeit gelangen dürfen.

"Elven – Fluss aus der Kälte", Donnerstag, 23. August, 20.15 Uhr, Arte