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25. September 2010
Unterm Strich
Facebook down: Was tun ohne den Zeitfresser?
Das weltweite Netzwerk Facebook war für drei Stunden weg / Von Hans P. Wühler.
Stand die Welt kurz still? Oder ist nur irgendwo ein Sack Reis umgekippt? Die Reaktionen auf die Probleme bei Facebook könnten unterschiedlicher kaum ausfallen. Für die einen ist das weltumspannende soziale Netzwerk fast schon das Leben an sich. Für die, die nicht zu den 500 Millionen Nutzern gehören, erschließt sich die Dramatik kaum, die entsteht, wenn ein Großteil der Online-Gemeinde zeitweise keinen Zugriff auf seine Daten hat.
Im Laufe des Mittwoch war der Zugang bereits zäh. Computer-Magazine spekulierten da noch, dass dies mit dem Wechsel zum neuen US-Service-Provider Quest zu tun haben könnte, der nahezu zeitgleich über einen Ausfall informierte.
In der Nacht zum Freitag kam es dann richtig dick, und Facebook-Nutzer in den USA, Südamerika und Europa waren für fast drei Stunden gänzlich ausgesperrt aus ihrem virtuellen Freundeskreis.
Der Einbau eines neuen Sicherheitssystems in die zentrale Datenbank lief schief. Offenbar waren Fehler in die Backupdateien eingebaut worden, auf die das System automatisch zurückgereift, wenn es in der Live-Version der Webseite hakt. Um die Kettenreaktion zu stoppen, die aus der unglücklichen Verknüpfung eines menschlichen Fehlers mit einer automatischen Fehlerkorrektur resultierte, musste Facebook schließlich den Datenverkehr zeitweilig komplett stilllegen.
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Dass selbst bei Web-Weltmächten wie Facebook solche Ausfälle passieren, nährt das Unbehagen gegenüber dem viel propagierten "Cloud Computing". Wer gibt seine Daten schon gern in die Internet-Wolke, wenn er nicht mehr dran kommt?
Doch die Netzgemeinde nahm es gelassen, ja schien sich fast zu freuen, dass der "Zeitfresser Nr. 1" kurz ausgeknipst war. Wer den kalten Entzug nicht schaffte, für den gab es ja den Kurznachrichtendienst Twitter. Dort war das Facebook-Malheur lange das wichtigste Gesprächsthema.
Die im Netz ebenfalls kolportierte Hoffnung auf einen Babyboom dürfte aber trügen: Wie hätten Facebook-Paare zueinanderfinden sollen, wenn Facebook streikt?
Autor: wü
