Glaubwürdigkeit zurückgewinnen

dpa

Von dpa

Di, 15. Januar 2019

Computer & Medien

Mathias Döpfner schreibt an Zeitungsverleger.

Printmedien in Deutschland müssen sich nach den Worten des Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, einer wachsenden Entfremdung zwischen Lesern und Redaktionen stellen – und das nicht erst als Folge des Fälschungsskandals beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Nicht die Digitalisierung sei das Problem von Zeitungen und Zeitschriften, sondern eine sich seit Jahren hinziehende intellektuelle und inhaltliche Krise des Journalismus. Springer-Vorstandschef Döpfner äußerte Zweifel am Auftritt von Journalisten auf Twitter und Facebook. Er empfehle größte Zurückhaltung, wenn nicht gar totale Enthaltsamkeit. Die Vorstellung, dass Medienvertreter rein privat twittern oder auf Facebook posten, sei absurd, kein Mensch könne das unterscheiden. "Ein Chefredakteur oder Redakteur ist dort keine private Person."

In einem Brief an die Verleger zum neuen Jahr ermutigte Döpfner am Montag die BDZV-Mitglieder, sich 2019 auf ihre Kernaufgaben zu besinnen und sich die Glaubwürdigkeit wieder zu verdienen. "Denn nur so können wir die Populisten und Feinde der Pressefreiheit in ihre Schranken weisen. Auch nach dem Fälschungsskandal um den früheren Spiegel-Reporter Claas Relotius werde man sich nicht als "Lügenpresse" verunglimpfen lassen. Döpfner nannte die Sicherung des Zustellernetzes als ein wichtiges Verbandsziel für 2019. Durch staatliche Entscheidungen sei nicht mehr gesichert, dass morgens in jedem Briefkasten eine Zeitung landet. Es dürften in Deutschland aber keine weißen Flecken bei der Zustellung von Zeitungen entstehen, die Döpfner einen "nicht zu unterschätzenden Demokratieverstärker nannte."