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24. April 2010
Unterm Strich
Googles WLAN-Erfassung: Schützt uns vor den Datenschützern
Hans P. Wühler versteht die Aufregung über die WLAN-Erfassung durch Google nicht.
Natürlich habe ich ein WLAN. Wer will schon auf die Bequemlichkeit verzichten, gemütlich mit dem Laptop auf dem Balkon surfen zu können. Ganz ohne Kabel.
Aber, liebe deutsche Datenschützer, ich habe keine Angst davor, dass Google mich ortet. Und nur, weil in den Autos, die Fotos für Googles Street-View-Dienst machen, nun auch registriert wird, wo es drahtlose Netzwerke gibt, bibbere ich auch nicht vor ominösen bösen Mächten.
Bin ich leichtsinnig? Exhibitionistisch? Habe ich kein Gefühl für Privatsphäre?
Doch, sehr wohl. Da mir aber bewusst ist, dass die Funkstrahlen, über die meine Netzverbindungen verbreitet werden, nicht an meiner Wohnungstür halt machen, habe ich bei der Einrichtung meines DSL-Routers angeklickt "SSID verbergen". So schnell findet also keiner meine SSID (Service Set Identifier), also den Namen meines Netzwerkes.
Und selbst wenn: Die Easy-Box, die ich von meinem Provider bekommen habe, lässt gar nichts anderes zu als die Verschlüsselung nach dem WPA2-Standard. Dieser Wi-Fi Protected Access 2, also der gesicherte Drahtloszugang zweiter Ordnung, ist bislang noch nicht geknackt.
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Was also soll ich dagegen haben, dass Google nun auch macht, was andere Dienste wie Skyhook bereits seit Jahren treiben? Ich freue mich eher darauf, dass Kartendienste auf meinem Smartphone dadurch künftig noch viel besser werden. Diese "Apps" sind dann nämlich nicht mehr nur auf die Satellitendaten des GPS angewiesen, sondern können diese auch mit den erfassten WLAN-Standorten abgleichen. Eine Ortung funktioniert damit irgendwann also sogar ganz ohne Satellit.
Darum folgender Vorschlag, liebe Datenschützer: Statt populistisches Google-Bashing zu betreiben, könntet Ihr Euch doch ganz einfach die Daten von Google geben lassen und die vielen Bürger warnen, die mit Klarnamen und ganz unverschlüsselt oder nur mit dem unsicheren WEP-Standard im WLAN funken. Eine solche zielgerichtete Info-Kampagne, das wäre wahrer Datenschutz.
Autor: wü
