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07. Februar 2012
Das Wesen von Geld
NETZWELT: Ein Haus aus Euroscheinen
Der Ire Frank Buckley ist ein typisches Opfer der Finanzkrise. Sein Geschichte mithin eine aus der Zeit, in der die Banken ihren Kunden das Geld noch zu Niedrigstzinsen hinterherwarfen, damit die sich voller Zuversicht für das Erfüllen ihrer Wünsche bis über beide Ohren verschuldeten. Buckley griff ordentlich zu. Ein eigenes Häuschen sollte es sein. Für sich, seine beiden Kinder, seine Frau und deren vier Kinder. Kaum hatte er das Haus gekauft, merkte er jedoch, dass ihn die Banken zwar auch ohne geregeltes Einkommen mit massenweise Geld versorgten, ihm die Summe zur Bedienung der Hypothek ohne Einkommen jedoch Probleme bereitete. Die Ehe scheiterte, er verlor Haus und Frau und zog in den Schuppen, während der Gerichtsvollzieher die Möbel pfändete.
Als ein Freund sich wegen ähnlicher Probleme das Leben nahm, begann Buckley über das Wesen von Geld nachzudenken und erinnerte sich an seine Hochzeit. Zu der hatte ein Freund Konfetti aus entwerteten Euroscheinen geworfen. Ein schönes Sinnbild nicht nur für Buckleys aktuelle Misere, sondern auch insgesamt für das Platzen der Finanzblase. Was einmal in Form bedruckter Banknoten als Versprechen auf eine prächtige Zukunft begonnen hatte, lag nun als zerschredderter Papierhaufen im Schuppen eines gepfändeten Hauses.
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Während Buckley im Foyer eines nie genutzten Büroneubaus auf einen Freund wartete, kam ihm die Idee: "Wie wär’s, wenn ich hinter dieser Glasfassade ein Haus aus Euroscheinen bauen würde?" Genehmigung für den Ort und Bereitschaft der Druckerei der irischen Staatsbank, ihm geschredderte Euros zu überlassen, waren schnell besorgt. Er formte 1,2 Milliarden Euro zu kleinen Ziegelsteinen von je rund 50 000 Euro. Heute besteht das Haus aus Wohn-, Schlaf- und Badezimmer, hat eine Sicherheitstür und doppelt verglaste Fenster. Eine Dusche mit Geldscheinschauer ist in Planung. Die Heizkosten sind niedrig, Euroscheine isolieren fantastisch. Aber eins ist gleich geblieben: Die Zentralbank hat ihm das Geld geliehen. Den Papierpreis muss er zahlen, wenn das Haus fertig ist. Sonst kommt wieder der Gerichtsvollzieher.
Autor: Jürgen Reuß
