Nur noch 160 Minuten am Tag

dpa

Von dpa

Sa, 30. Dezember 2017

Computer & Medien

Das klassische Fernsehen verliert jüngere Zuschauer.

Das klassische Fernsehen bekommt immer deutlicher die Konkurrenz aus dem Netz zu spüren. Das ergab eine Auswertung der Marktforschungsfirma Media Control in Baden-Baden mit den Jahres-Nutzungsdaten bis zum 28. Dezember. Bemerkenswert sind besonders die Verluste beim jüngeren Publikum zwischen 14 und 49 Jahren, das nur noch 160 Minuten pro Tag fernsah – 2016 waren es noch 171 Minuten gewesen.

Eine Erklärung liegt darin, dass sich Jüngere vermehrt anderen Medien zuwenden oder den immer stärker werdenden Streamingdiensten, die von der Quotenmessung GfK-Fernsehforschung in Nürnberg nicht erfasst werden und ihre Nutzungsdaten streng unter Verschluss halten. Bei den linearen (also mit festen Zeiten ausgestrahlten) Anbietern werden zwar die Mediatheken zunehmend stärker in Anspruch genommen – vollständige Daten fehlen aber auch hier, da der mobile Gebrauch nicht ausgewertet wird.

Marktführer im linearen TV blieb zum sechsten Mal in Folge das ZDF, das auf einen Marktanteil von 13,1 Prozent (nach 13,0 Prozent im Vorjahr) kam. Das Erste rutschte von 12,1 auf 11,3 Prozent. RTL büßte von 9,7 auf 9,2 Prozent ein. Sat 1 gab von 7,3 auf 6,7 Prozent und Pro 7 von 5,0 auf 4,5 Prozent nach. Bei Vox hielt sich der Rückgang von 5,2 auf 5,1 Prozent in Grenzen. Dahinter bröckelte Kabel eins von 3,8 auf 3,4 Prozent, RTL II von 3,5 auf 3,2 Prozent. Dagegen ist der Spartensender ZDFneo weiter auf der Überholspur. Er legte deutlich von 2,1 auf 2,9 Prozent zu. In der zweiten Reihe stark sind vor allem Sender wie RTL Nitro (1,6 nach 1,3 Prozent) und RTLplus (1,1 nach 0,4 Prozent). Gut geht es nach wie vor Sat 1 Gold (1,5 nach 1,4 Prozent). 3sat lag bei 1,3 nach 1,2 Prozent, Arte bei 1,1 nach 1,0 Prozent sowie ZDFinfo und Phoenix konstant bei jeweils 1,1 Prozent.

Unter den dritten ARD-Programmen hatte das NDR Fernsehen 2017 bundesweit mit 2,5 Prozent (2,4 Prozent) die besten Karten beim Publikum, danach folgten das WDR Fernsehen mit 2,3 Prozent (2,1 Prozent), das SWR Fernsehen mit 1,9 Prozent (1,8 Prozent), das MDR Fernsehen mit 2,0 Prozent (1,9 Prozent), das Bayerische Fernsehen mit 1,8 Prozent (1,6 Prozent), das RBB Fernsehen mit 1,2 Prozent (1,1 Prozent) und das hr Fernsehen mit 1,1 Prozent (1,2 Prozent). Zusammen verbesserten sich die "Dritten" auf 12,8 Prozent – nach 12,1 Prozent im Vorjahr.