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14. Juni 2012

Offenburg ein digitaler Leuchtturm

Google zeichnete die Stadt für ihre Internet-Affinität aus / Den "eTown-Award" verliehen.

  1. Joel Berger, Vertreter von Google, überreichte OB Edith Schreiner den „eTown-Award“. Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG. In der Postleitzahlregion "7" gilt Offenburg als digitaler Leuchtturm und wurde daher gestern mit dem "eTown-Award" geehrt. Das Ortenauer Oberzentrum habe eine um elf Prozent höhere Internet-Affinität als die anderen Städte im Vergleichsraum, sagte Joel Berger von der Google Germany GmbH: "Sie nehmen eine Vorbildfunktion für die gesamte Region ein."

Insgesamt wurden zehn deutsche Städte ausgezeichnet, in denen die Unternehmen ihre Aktivitäten schneller und umfassender ins Netz verlagern als anderswo. Dass Offenburg damit Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart hinter sich gelassen hat, freute OB Edith Schreiner besonders. Der Preis sei völlig überraschend gekommen: "Bei genauem Hinsehen jedoch haben Sie die richtige Stadt getroffen", erklärte die Rathauschefin. In Offenburg gebe es "sehr viele vorausschauende und kluge Unternehmen", die früh aufs Internet gesetzt hätten. Auch die Verwaltung sei rund ums Netz aktiv: "Die Auszeichnung bestätigt uns in unserem Anliegen, diese Technik zu unterstützen." Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes gebe es beste Voraussetzungen, auch in Zukunft vorne dabei zu sein. Offenburg liege nicht gerade im Herzen von Baden-Württemberg. Gerade aufgrund der Randlage sei die Nutzung des Internets für viele hiesige Betriebe notwendig, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben.

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Wie Klaas Flechsig von Google Deutschland ausführte, untersucht das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IWK) schon seit einigen Jahren den Einfluss des Internets auf den Erfolg von Wirtschaftsunternehmen. Zur Ermittlung der "eTowns" wurden daher Umfragewerte des IWK herangezogen, die sich auf die Digitalisierung der Betriebe beziehen. Außerdem wurde die Zunahme von Online-Marketing auf der Basis des Jahreswachstums der Nutzerzahlen von Google Adwords berücksichtigt. Google Adwords ist eine Form der Internetwerbung des Suchmaschinenbetreibers Google: Entsprechende Anzeigen können auf Google-Suchseiten geschaltet werden, wenn sie thematisch zum Inhalt der Suchanfrage passen. In Offenburg machten im Vorjahr 28 Prozent mehr Unternehmen von Google Adwords Gebrauch als 2010, so Flechsig. Absolute Zahlen nannte er nicht.

Laut Berger sind es insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die vom Internet profitierten. Von den befragten Firmen erklärten 72 Prozent, durch die Digitalisierung neue Kunden zu gewinnen; 28 Prozent gehen davon aus, neue Märkte zu erschließen. Exemplarisch führte Michael Sauer von Huber Kältetechnik aus, wie ein Unternehmen das Internet nutzt, das sich selbst gar nicht als "internetaffin" bezeichnet. Selbst ohne Waren online zu verkaufen, sei das Internet aus dem Geschäftsbetrieb nicht mehr wegzudenken. Die Mitarbeiter im Außendienst hätten alle ein Smart-Phone, es gebe Videokonferenzen, die eigenen Produkte könnten über den Computer gewartet werden, ohne vor Ort sein zu müssen. Sauer verwies auf die Online-Werbung, auf Newsletter und die Nutzung von PR-Diensten im weltweiten Netz. Das Offenburger Unternehmen steckt 120 000 Euro in die Online-Werbung und erhöht das Budget im kommenden Jahr um weitere 55 000 Euro. Als wichtigstes Marketing-Instrument wird der firmeneigene Internetauftritt gewertet. Dominik Fehringer von der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau bestätigte die Gültigkeit dieser Ausführungen für fast alle Firmen in der Ortenau und bezeichnete Google-Adwords gar als den "absoluten Königsweg". Neben dem Preis organisiert Google einen Workshop für lokale Unternehmen, der am 5. Juli im Technologiepark stattfinden wird. Die Teilnahme ist kostenlos.

Es soll darum gehen, wie die Potenziale des Internets am besten fürs Geschäft genutzt werden können.

Autor: Gertrude Siefke