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12. März 2010
Smartphonezwerg mit vielen Stärken
BZ-PRAXISTEST: Das Blackberry Bold 9700 punktet mit Ausstattung und Verarbeitungsqualität.
Es geht auch ohne Touchscreen: Nach dem wenig überzeugenden Ausflug in die Welt der tastenlosen Smartphones kehrt der Hersteller Research In Motion (RIM) bei seinen aktuellen Geräten wieder zu den bewährten Volltastaturen zurück. Das mit seinem Chromrand und der Kunstledereinlage auf der Rückseite edel anmutende und einwandfrei verarbeitete Blackberry Bold 9700 ersetzt den erfolgreichen Vorgänger mit der Modellnummer 9000. Im direkten Vergleich fällt zunächst die fortgeschrittene Miniaturisierung auf. Das neue Modell ist in Länge und Breite rund einen halben Zentimeter geschrumpft. Mit 122 Gramm ist es außerdem gut zehn Prozent leichter als der Vorgänger.
Das kleinere Gehäuse bedeutet jedoch auch weniger Platz für Tastatur und Display. Genau dort stecken die kleinen Schwachpunkte des Geräts. Die Tastatur sieht mit ihren angeschliffenen Tasten auf den ersten Blick zwar durchdacht aus, entpuppt sich wegen der dicht gedrängten Tasten aber als echtes Problem – es sei denn der Benutzer verfügt über schlanke Finger. Besonders bei der Eingabe von Telefonnummern ist schnell mal eine falsche Ziffer eingetippt. Fast alle Tasten sind doppelt belegt, was den Schreibfluss bei längeren Texten ein wenig bremst.
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Stärke und Schwäche zugleich ist das querformatige Display. Mit einer höheren Auflösung als bei aktuellen Touchscreen-Smartphones und knapp halber Größe erreicht der Bildschirm zwar eine ungeheure Brillanz, ist aber auch grenzwertig klein. Für Telefonate, SMS, E-Mails und kurze Notizen mag es noch ausreichen, beim Surfen durchs Internet fehlt es dagegen an allen Ecken und Enden an Anzeigefläche. Hinzu kommt, dass der Blackberry-Browser recht schwerfällig reagiert.
An anderer Stelle haben die Entwickler ein Meisterstück vollbracht: Statt eines Scrollball, der durch Staub und Schmutz immer ungenauer wird, wird das Bold 9700 über ein berührungsempfindliches Tastfeld in der Größe eines kleinen Fingernagels herausragend einfach und zielgenau gesteuert.
Die größte Stärke des Geräts ist bei den Konkurrenten regelmäßig die Achillesferse: der Akku. Lassen sich iPhone & Co. nur selten länger als ein bis zwei Tage ohne Ladegerät betreiben, so hält das Bold weit länger durch. Sein Akku ist fast ein Drittel leistungsfähiger als der des iPhone. Auch nach einer Woche im Standbybetrieb zeigte das Bold noch einen zur Hälfte gefüllten Energiespeicher an. Das ist eine positive Überraschung in Zeiten immer kleinerer Akkus und immer größer werdenden Energiehungers moderner Smartphones.
FAZIT:
Das Blackberry Bold 9700 ist hervorragend verarbeitet, gut zu bedienen und hält mit einer Akkuladung deutlich länger als die Konkurrenz durch. Wer schmale Finger hat und auf Bürofunktionen Wert legt, ist damit bestens bedient.
Autor: Matthias Weniger
