Trubel um einen Mörder

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Sa, 12. August 2017

Computer & Medien

Am Samstag sendet ZDFinfo eine Dokumentation über Charles Manson.

Lange Haare, Vollbart, stechender Blick: Jeder kennt das Gesicht von Charles Manson, das Konterfei des irren Schwerverbrechers ist wie das Bild des Revolutionärs Che Guevara eine Ikone der Popkultur. Dabei wird oft vergessen, dass der mittlerweile 82-jährige Manson, der seit bald 50 Jahren im Gefängnis sitzt, für eine Serie von Morden verantwortlich ist, die im Sommer 1969 die USA erschütterten. Mitglieder einer von Manson gegründeten Sekte metzelten in Los Angeles acht Menschen bestialisch nieder, darunter die schwangere Schauspielerin Sharon Tate, die Ehefrau von Regisseur Roman Polanski. Wie es dazu kommen konnte und was es mit dem Mythos um Manson auf sich hat, erzählt die Dokumentation auf ZDFinfo.

Der Beitrag schildert den Lebensweg des 1934 geborenen Charles Manson, der schon früh mit dem Gesetz in Konflikt geriet und nach Verbüßung einer siebenjährigen Haftstrafe Ende der 60er Jahre in Kalifornien junge Menschen, meist mit schwierigem Familienhintergrund, um sich scharte und in einer Art Hippie-Sekte zusammenführte. "Manson war ein Symbol für alles, was in den Sechzigern schieflief", erläutert in der manchmal etwas reißerischen Dokumentation eine Expertin, und tatsächlich verkörpert der Mann in gewisser Weise die Schattenseite der Hippie-Bewegung, die auf Love and Peace setzte und beim legendären Woodstock-Festival im August 1969 ihren Höhepunkt erlebte – nur wenige Tage nach der Mordserie. Manson war ein perverses Produkt des herrschenden Zeitgeistes. Der Beitrag zeigt, wie sich der Mythos verselbständigt hat – und wie geschmacklos der Trubel um Manson ist.

"Charles Manson – Sektenführer und Massenmörder", Sa, 22.30 Uhr, ZDFinfo.